Deutsche Politik & Wahlen

bei mir stellt sich langsam Resignation ein...
Kann ich komplett nachfühlen.
Ich verliere allmählich den Glauben an die Demokratie. Gerade auch, weil ich Inneneinsicht in Politik und Regierung(allerdings nicht auf Bundesebene) habe. Wir wissen, dass da diverse Monster vor uns stehen - aber unsere Lösung gegen die Monster ist Augen zu halten. Und mit Monstern meine ich nicht die AfD, sondern Klimawandel, bezahlbaren Wohnraum, die demographische Entwicklung mit Blick auf Arbeit, aber auch Pflege, marode Infrastruktur, etc.
Ich habe für die Politik und die Weltretterei meine Gesundheit ruiniert. War es das wert? Der Zweifel nagt stark an mir...
 
Kann ich nachvollziehen, doch sind das alles Monster, die wir selbst erschaffen haben. Wir haben unser Parteisystem so auseinander gerissen, dass Parteien, wie die AFD überhaupt die Chance erst haben, eine Mehrheit zu bekommen. Auf Bundesebene sind halt immer noch 75% der restlichen Wähler gegen Sie, warum bündelt man sowas nicht in weniger Parteien um voran zu kommen. Warum lässt man Lobbyismus noch zu, usw.

Wie willst du die Welt "retten" wenn die Überreiche Bevölkerung klar etwas dagegen hat...Die Erkenntnis wird kommen, wenn diese dann merkt, dass man Geld nicht essen und trinken kann.

€dit:
Solange wir Meinung mit Wissenschaft gleich stellen, werden wir auch der Meinung mehr Wichtung geben und damit notwendige Veränderungen erfolgreich blocken.
 
Ein gutes Drittel der Wähler rechtsextremer Gesinnung bezichtigen, aber warum gibt's denn so gar keine Diskussionen mehr...scheiße noch eins ich komm einfach nicht drauf.

Martenstein hat die Tage im Thalia Theater ein paar schöne Sätze zu einem Verbotsverfahren gesagt.

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Eigentlich eher verwunderlich, dass die Afd bei der aktuell eher schwachen Performance immer noch bei soviel Prozentpunkten steht. Da ist eigentlich noch deutlich mehr Potential nach oben möglich.
Mit Bild TV als Quelle hast du mich endgültig überzeugt. Ein AfD Verbot ist unnötig und links sowieso viel schlimmer als rechts.
 
Martensteins Rede war eine Polemik, ein Musterbeispiel von Tatsachenverdrehung. Die CDU/CSU hat halt nicht die Eier das Verbotsverfahren einzuleiten. Alleine dieser Schritt wäre schon Ausdruck politischer Stärke gegen totalitäre Strömungen.
 
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Selbst wenn die Wähler nicht alle rechtsextrem sind, finden sie es trotzdem okay mit Nazis mitzulaufen!

Seit Jahren immer die gleichen Argumente und hinterher will keiner von etwas gewusst haben!
Das ist so, als würden die Schafe den Wolf wählen, um es dem Schäfer mal so richtig zu zeigen!

Wenn man halbwegs anständig ist, läuft man nicht mit Nazis mit PUNKT
 
Nö, das eigentliche Problem ist, dass es immer noch Enlightened Centrists gibt, die mir erzählen, dass ich mit Leuten diskutieren soll, die sehenden Auges Faschos wählen und dabei um Himmels willen die Samthandschuhe anbehalten soll und ja nicht zu schlimme Worte benutzen soll (weil sie sonst die Nazis noch härter wählen?) und mich dann inhaltlich irgendwo in der Mitte treffen soll, wenn mein Gegenüber der Meinung ist, im Stadtbild gäbs zu viele Schwarzköpfe.

Wer die AfD wählt, der bedroht das Wohlergehen von Frauen, Menschen mit Geschlechtsidentitäten, die sich nicht ein binäres Muster zwängen lassen, queeren Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte und linken Menschen. Und da soll ich dann Gespräche führen, die ich bereits vor Jahren geführt hab und die offensichtlich zu keinem Ergebnis geführt haben? Wem soll das was bringen?
 
Der Aufschwung der AfD hat leider aus meiner Sicht einige Gründe. Neben z.B. Social Media, den Medien generell (auch Zeitungen) und Smartphone bedingte permanente Verfügbarkeit von Nachrichten möchte ich vor allem auf einen Treiber näher eingehen:

Über Jahre hinweg hat man Personen (das erstmal grundsätzlich unabhängig davon welche Partei sie wählen) direkt als Nazi oder Rassist beschimpft, wenn Kritikpunkte an der Migrationspolitik vorgetragen wurden. Oder als Schwurbler oder Querdenker, wenn man sich mit unter 30 nicht die drölfzigste Booster Impfung geben wollte. Es gab zu lange in der Diskussionskultur nur schwarz oder weiß, nur richtig oder falsch (nicht nur bei den zwei Beispielen sondern bei vielen weiteren Themen). Das kippt jetzt so langsam, weil man merkt, dass man sich dadurch zu viele Leute vergrault hat. So hat beispielsweise der WDR ja auch eher einen kritischeren Videobeitrag zur Migrationspolitik veröffentlicht.

Das hat viele Menschen frustriert, sie fühlen sich nicht verstanden. Schaut euch doch mal Gelsenkirchen an, frühere Hochburg der SPD (SPD Ergebnis BTW 2013: 44%). Jetzt: 25% AfD Wähler. Haben die Leute in Gelsenkirchen jetzt alle eine Hakenkreuzfahne in der Wohnung? Vermutlich nicht. Sie erleben aber in ihrer Stadt eine desolate wirtschaftliche Lage, hohe Inflation in den letzten Jahren, hohe Arbeitslosigkeit sowie Migration in die Sozialsysteme. Sie erleben eine Politik, die nichts unternimmt. Und dann fühlen sich die Menschen abgehängt und sind unzufrieden. Selbiges kann man auf viele strukturschwache Regionen in Ostdeutschland übertragen. Bei der BTW 2025 haben viele Arbeitslose blau gewählt (Quelle: Tagesschau). Diese Wählergruppe würde sich bei einem AfD Wahlsieg durch deren Programm ins eigene Fleisch schneiden. Die lesen nicht großartig Parteiprogramme, das sind Protestwähler.

Und neben Neonazis/Rechtsextremen spricht die AfD Strategie halt genau solche Leute an. Leider mit Erfolg. Würde schätzen so 10-15% der bundesweiten AfD Wähler kriegst du vermutlich nicht mehr überzeugt, weil eingefleischte Neonazis und Rechtsextreme. Die angesprochenen Protestwähler aber schon. Wir müssen schleunigst schauen, dass wir vernünftige Politik machen und diese Wählergruppe wieder einfangen, damit die ihr Kreuz woanders machen. Sonst werden wir 2029 oder spätestens 2033 leider im wahrsten Sinne des Wortes unser blaues Wunder erleben.

Jede Stimme für die AfD ist eine zu viel. Aber einfach drauf zu hauen und alle pauschal als Nazi oder Dummkopf zu beschimpfen macht es aus meiner Sicht nur noch schlimmer. Man kann nur konsequent aufklären, in die (sachliche) Diskussion gehen und ansonsten hoffen, dass unsere Regierung in Berlin vernünftige Dinge tut.
 
Ich glaube, dass man Wählern einer Partei, die inzwischen in halb Deutschland als gesichert rechtsextrem gilt durchaus eine rechtsextreme Gesinnung vorwerfen darf. Ich muss ja nicht das Parteiprogramm lesen um das zu sehen. Im Gegenteil muss ich schon aktiv wegschauen (oder tatsächlich dumm sein) um das nicht zu sehen.

Ich habe inzwischen innerlich tatsächlich aufgegeben. Wir laufen in die nächste Katastrophe und ich weiss nicht, wie sich das noch verhindern lassen soll.

Die Union versteckt noch nicht mal mehr ihre Korruptheit und macht Politik nur noch für diejenigen die am meisten zahlen, während die ärmeren Menschen durch das Nachplappern von AFD Parolen bei Laune gehalten werden sollen.

Die SPD hat seit Schröder keinerlei Profil mehr. Grüne und Linke werden schon deshalb nichts mehr reißen, weil Springer und Co dies nicht zulassen werden und die Menschen, die am meisten durch eine linke Politik profitieren würden das offensichtlich nicht verstehen werden. Die treten lieber nach unten und zur Seite als sich um die immer reicher werdenden Milliardäre und deren gerechte Besteuerung zu kümmern.

Die AFD wird mit Sicherheit stärkste Kraft werden, wenn nicht bei der nächsten, dann bei der übernächsten Bundestagswahl. Dann wird sich zeigen, ob die Union sich als Koalitionspartner anbietet oder mit den bösen Grünen oder sogar der Linken eine 3 bis 5 Parteien Koalition bildet, die nach 6 Monaten implodiert und noch schlimmere Zustände hinterlässt.

Und damit stehen wir in der Welt immernoch besser da als viele andere Länder. Ich bin bereit Wetten anzunehmen, ob die USA in 3 Jahren nochmals Wahlen veranstalten. Ich denke nicht. Zumindest werden da an jedem Wahllokal in den Swingstates doch sicherheitshalber ein Dutzend ICE-Schläger postiert werden, um sicherzugehen, dass auch „richtig" gewählt wird.

Und bevor ich angefangen habe hier zu schreiben habe ich auf Spiegel gelesen, dass es im Kreml Stimmen gibt, die Atomwaffen gegen westeuropäische Hauptstädte einsetzen wollen.

Ich bin jetzt 43. Gebt mir zumindest noch 20 Jahre, dann könnt ihr mit dem Planeten machen was ihr wollt.

Sorry für die miese Stimmung.
 
Migration ist leider ein Sündenbock, der für viele Probleme herhalten muss. Die Baustellen liegen aber ganz woanders.

Dazu kam der Höhenflug auch dadurch zustande, dass sich Parteien und der ÖRR der AfD durch häufigere Interviews und wohlwollendere Berichterstattung anbiederten. Wenn man sich die Umfragewerte der AfD anschaut ergibt sich ein interressantes Bild. Genau nach dem Rmigrationstreffen in Potsdam und der kritischen Berichterstattung (Remigration = Massendeportationen) sackte die AfD ordentlich ab. Seitdem es das Wörtchen Remigration in den politischen Diskurs geschafft (und die AfD ihr Ziel erreicht) hat, ging es wieder steil bergauf.

Sehr schön hat es Marc-Uwe Kling in Quality Land beschrieben. Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, wählen sie immer die Originalscheiße, nicht die Imitation davon. Durch das Kopieren von AfD-Politik wird man die Partei nur weiter stärken. Durch härtere Maßnahmen in der Migrationspolitik legitimiert man die AfD und macht sie salonfähig.

Interessant fand ich ein Interview, das ich mal irgendwo las (vermutlich in der taz). Thema war das sinkende Sicherheitsgefühl, obwohl Straftaten faktisch zurückgehen. Auch hier wird oft Migration als Grund angeführt. Essenz des Interviews war, dass man mangelnde gefühlte Sicherheit mit recht simplen Maßnahmen wie einer besseren Stadtbeleuchtung besonders in Unterführungen ausgleichen kann.

Man muss der AfD durch eine positive Zukuntsvision den Wind aus den Segeln nehmen. Je besser es die Menschen haben, desto schwerer hat es der Rechtsextremismus.
 
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Migration ist leider ein Sündenbock, der für viele Probleme herhalten muss. Die Baustellen liegen aber ganz woanders.

Dazu kam der Höhenflug auch dadurch zustande, dass sich Parteien und der ÖRR der AfD durch häufigere Interviews und wohlwollendere Berichterstattung anbiederten. Wenn man sich die Umfragewerte der AfD anschaut ergibt sich ein interressantes Bild. Genau nach dem Rmigrationstreffen in Potsdam und der kritischen Berichterstattung (Remigration = Massendeportationen) sackte die AfD ordentlich ab. Seitdem es das Wörtchen Remigration in den politischen Diskurs geschafft (und die AfD ihr Ziel erreicht) hat, ging es wieder steil bergauf.

Sehr schön hat es Marc-Uwe Kling in Quality Land beschrieben. Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, wählen sie immer die Originalscheiße, nicht die Imitation davon. Durch das Kopieren von AfD-Politik wird man die Partei nur weiter stärken. Durch härtere Maßnahmen in der Migrationspolitik legitimiert man die AfD und macht sie salonfähig.

Interessant fand ich ein Interview, das ich mal irgendwo las (vermutlich in der taz). Thema war das sinkende Sicherheitsgefühl, obwohl Straftaten faktisch zurückgehen. Auch hier wird oft Migration als Grund angeführt. Essenz des Interviews war, dass man mangelnde gefühlte Sicherheit mit recht simplen Maßnahmen wie einer besseren Stadtbeleuchtung besonders in Unterführungen ausgleichen kann.

Man muss der AfD durch eine positive Zukuntsvision den Wind aus den Segeln nehmen. Je besser es die Menschen haben, desto schwerer hat es der Rechtsextremismus.

Straftaten sind gesunken, weil weniger Leute wegen Cannabis hochgenommen werden. Gewaltkriminalität ging hoch auf den höchsten Stand seit 20 Jahren, Gewalt durch nicht deutsche Tatverdächtige und Jugendkriminalität ist durch die Decke gegangen. Polizeiliche Kriminalstatistik

Aber ja, paar Straßenlaternen werdens richten, da bin ich sicher.

Häufiger Interviews und wohlwollende Berichterstattung, meinst du das ernst?! Talkshows - Politikerauftritte vs. Anteil im Bundestag| Statista.
 
Die Statistik liefert ja nicht nur Zahlen, sondern auch Einordnungen. Benannt werden bei den Jugendlichen die Risikofaktoren wirtschaftliche Unsicherheiten, gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen, psychische Belastungen und familiäre Faktoren.
"Bei nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen können einige Risikofaktoren, unter anderem Armutsrisiko sowie psychische Belastung, vergleichsweise häufiger auftreten. Das gilt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung."

Betrachtet man die sozioökonomischen Faktoren, tritt zu Tage, dass die Migration nicht der Hintergrund für die Straffälligkeit ist, sondern vor allem die Armut. Denn auch "urdeutsche" Jugendliche werden straffällig - allerdings deutlich häufiger wenn sie arm sind, als wenn sie reich sind. Und das ist wiederum bei den Migranten ebenso. Nur dass Migration häufig mit einem erhöhten Armutsrisiko einhergeht. Ist übrigens kein deutsches Phänomen, identische Debatten(Jugendliche Straffälligkeit/Migration/Armut) gibt es auch bei unseren Nachbarn, zB in Frankreich.

Die Jugend ist auch eine Lebensphase der Delinquenz, mit steigendem Alter nehmen die strafbaren Handlungen ab. Vor dem Hintergrund, dass wir eine Pandemie hatten, die sich auf Jugendliche deutlich intensiver ausgewirkt hat, als auf Erwachsene, während parallel die Arm-Reich-Schere immer weiter auseinander klafft, verwundert es mich keinen Meter, dass die Jugendkriminalität ansteigt...
 
Der Aufschwung der AfD hat leider aus meiner Sicht einige Gründe. Neben z.B. Social Media, den Medien generell (auch Zeitungen) und Smartphone bedingte permanente Verfügbarkeit von Nachrichten möchte ich vor allem auf einen Treiber näher eingehen:

Über Jahre hinweg hat man Personen (das erstmal grundsätzlich unabhängig davon welche Partei sie wählen) direkt als Nazi oder Rassist beschimpft, wenn Kritikpunkte an der Migrationspolitik vorgetragen wurden. Oder als Schwurbler oder Querdenker, wenn man sich mit unter 30 nicht die drölfzigste Booster Impfung geben wollte. Es gab zu lange in der Diskussionskultur nur schwarz oder weiß, nur richtig oder falsch (nicht nur bei den zwei Beispielen sondern bei vielen weiteren Themen). Das kippt jetzt so langsam, weil man merkt, dass man sich dadurch zu viele Leute vergrault hat. So hat beispielsweise der WDR ja auch eher einen kritischeren Videobeitrag zur Migrationspolitik veröffentlicht.

Sorry, aber das halte ich für eine unzureichende Vereinfachung. Während ich nicht einmal abstreiten will, dass es immer Menschen gab, die zu Unrecht in Schubladen gepackt worden sind und es immer Menschen gab und wahrscheinlich auch geben wird, die Menschen zu voreilig und unreflektiert in Schubladen packen, in die sie nicht gehören, ist das doch trotzdem eine starke Verallgemeinerung. Meinber subjektiven Wahrnehmung nach (die ich deiner subjektiven Wahrnehmung gegenüberstellen will) war ein Großteil der Kritik differenzierter. Da wurde darauf hingewiesen, dass dich mit Nazis gemein zu machen dich nicht selbst zum Nazi macht, aber eben zu einem ihrer Unterstützer. Und das macht am Schluss irgendwann dann eben keinen Unterschied mehr. Wer sich nicht impfen lassen wollte, war fürs Erste kein Schwurbler oder Querdenker (wenn auch nicht gerade sozial), aber wer dann nach dem hundertesten Faktencheck eben immer noch von Langzeitfolgen schwadroniert hat, war dann eben einer. Und auch hier gilt: Wer seine Kritik nicht davon trennen kann, gemeinsam mit dem zu marschieren, was man ja nicht sein will - und auch hier am Ende mit Nazis, die sich deutlich erkennbar sehr früh die Bewegung angeeignet haben -, dann machts am Ende eben irgendwann auch keinen Unterschied mehr, ob man da alle Meinungen teilt oder ob man einfach nur dabei hilft, die Positionen in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Das ist unbequem, und sich das anhören zu müssen, kann weh tun, aber das ist eine Kritik, die man doch um Himmels willen aushalten muss, wenn man sich mit so einem Gesindel gemein macht.

"Die Kinder im Internet waren gemein zu mir, dann muss ich wohl die Nazis wählen!" ist die faulste Ausrede, die ich mir vorstellen kann.

Um das ganze mal umzudrehen: Was muss man sich als Person, die in irgendeiner Art offen links, queer, nicht in binären Geschlechtsmustern einzuordnen ist denn alles anhören? Glaubst du, dass man da im Internet nicht von den rechten Bot Armys die größte Scheiße unter der Sonne gefallen lassen muss? Und das geht mehr über bloßes Name Calling hinaus. Ich sags immer wieder, wir nehmen die "Sorgen" von Leuten in diesem Land nur wahr, wenn sie damit drohen, den Faschismus zurück zu bringen. Wir ignorieren komplett diejenigen, die ständig Scheiße fressen, aber dabei den Anstand haben, keine Faschos zu wählen. Denn das ist am Schluss immer noch die Entscheidung, die man selbst trifft. Und wenn ich aushalten muss, dass Leute empathisch dermaßen ausgehöhlt sind, die zu treffen, dann sollen besagte Leute ruhig aushalten, wenn sie vielleicht ein bisschen unreflektiert als Nazi oder Querdenker bezeichnet werden.
 
Was ich echt nicht verstehe:
1. Ist es möglich dass sich eine verfassungsfeindliche Partei organisiert? Ja, natürlich.
2. Hat die Verfassung ein Instrument, damit eine solche Partei unsere Gesellschaft nicht zerstört? Ja, weiß wohl inzwischen jeder.
3. Wird das Instrument von einer Institution angewandt die das Verfahren nicht machtpolitisch sondern im Sinne der Verfassung durchführen wird? So würde ich das beim BVerfG sehen, jedenfalls tun es nicht die anderen Parteien selbst.
4. Spielt es dafür eine Rolle ob eine potenziell verfassungsfeindliche Partei von vielen Menschen gewählt wird? Ja, unbedingt, wenn sie denn die Gesellschaft zerstören will.
5. Kann man die Zukunft sicher voraus sagen? Nein, natürlich nicht, es gibt also bestenfalls Risikoabschätzungen.
6. Sollte man dann sich so verhalten dass man die größten Risiken meidet? Das wäre wohl schlau.
Daran schließt sich an: für die CXU scheint es also das größere Risiko zu sein, dass das Verfahren durchgeführt wird als dass man eine Klärung des Sachverhalts herbeiführt. Was ist also das Risiko das die CXU für noch größer hält als ein möglicher Weg in den Faschismus 2.0?
 
Was ist also das Risiko das die CXU für noch größer hält als ein möglicher Weg in den Faschismus 2.0?
Es ist die Panik, dass es wie mit der NPD abläuft. Plötzlich stellt man fest, dass die AfD zur Hälfte aus Agenten des Verfassungsschutzes besteht, das Verbotsverfahren deswegen scheitert und die AfD somit unangreifbar ist.
Dumm ist halt, dass diese Argumentationsweise konsequent zu Ende gedacht bedeutet, dass wir das scharfe Schwert des Parteienverbots nie wieder zum Schutze unserer Demokratie einsetzen könnten... oder fatalistischer ausgedrückt: Wir begehen Suizid aus Angst vor dem Tod.

Und der Verfassungsschutz hat sich seit dem gescheiterten Verbotsverfahren auch nicht wesentlich gebessert - sonst hätte es den NSU(1.0, 2.0) nie gegeben. Zur Einordnung für die Jüngeren unter uns: 2001(Beginn des Verbotsverfahren NPD I) war die NPD nicht einmal im Bundestag vertreten - im Gegensatz zur AfD heute, die aktuell zweitstärkste Kraft ist und ihre Prozente verdoppelt(!!) hat. Verbotsverfahren. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Heute ist die neue Fjort rausgekommen. Mehr am Puls der Zeit geht nicht:
"wenn fahnen getauscht sind
wenn mäuler gestopft sind
dann spielen wir mit
weil widerstand weh tut"
"wir leben in hakenkreuzzeiten
la résistance, zeit, euch zu zeigen
zeigt euch"

Amen.
 
Die Statistik liefert ja nicht nur Zahlen, sondern auch Einordnungen. Benannt werden bei den Jugendlichen die Risikofaktoren wirtschaftliche Unsicherheiten, gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen, psychische Belastungen und familiäre Faktoren.
"Bei nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen können einige Risikofaktoren, unter anderem Armutsrisiko sowie psychische Belastung, vergleichsweise häufiger auftreten. Das gilt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung."

Betrachtet man die sozioökonomischen Faktoren, tritt zu Tage, dass die Migration nicht der Hintergrund für die Straffälligkeit ist, sondern vor allem die Armut. Denn auch "urdeutsche" Jugendliche werden straffällig - allerdings deutlich häufiger wenn sie arm sind, als wenn sie reich sind. Und das ist wiederum bei den Migranten ebenso. Nur dass Migration häufig mit einem erhöhten Armutsrisiko einhergeht. Ist übrigens kein deutsches Phänomen, identische Debatten(Jugendliche Straffälligkeit/Migration/Armut) gibt es auch bei unseren Nachbarn, zB in Frankreich.

Die Jugend ist auch eine Lebensphase der Delinquenz, mit steigendem Alter nehmen die strafbaren Handlungen ab. Vor dem Hintergrund, dass wir eine Pandemie hatten, die sich auf Jugendliche deutlich intensiver ausgewirkt hat, als auf Erwachsene, während parallel die Arm-Reich-Schere immer weiter auseinander klafft, verwundert es mich keinen Meter, dass die Jugendkriminalität ansteigt...

Wie es in Frankreich aussieht, kannst du anschaulich in Pariser Vororten, Marseille und Lyon, eigentlich allen großen Städten betrachten. Das sind Zustände, die du hier nicht haben willst aber auf bestem Wege bist, wenn du das hier so weiterlaufen lässt. Bzw es eigentlich schon hast, wenn wir ehrlich sind. Lauf in jeder Großstadt am Bhf entlang, lauf in Stuttgart über die Königsstr, in Frankfurt über die Zeil oder Hauptwache, die Liste lässt sich endlos fortführen. Es hat einen Grund warum Schweden seine einst so liberale Einwanderungspolitik rückabwickelt.

Niemand, wirklich niemand kann mir erzählen, dass wir keine signifikante Verschlechterung in der öffentlichen Sicherheit erfahren haben, sei es subjektiv und objektiv. Die Umfragen und Statistiken sprechen da eine ganz klare Sprache. Alles was ich bisher hier gelesen habe waren Relativierungen, Strohmannargumente und Ausflüchte. Mehr Geld, viiiieeeel mehr Geld, dann weniger Kriminalität, das ist dein Ansatz. Das ist Blödsinn.

Ob Flüchtlinge durch Flucht traumatisiert werden oder nicht, ehrlich: Es ist mir egal. Es ist den meisten Leuten in diesem Land egal. Deal with it. Ich bin nicht in letzter Instanz für Fluchtursachen verantwortlich, ich bin nicht für Traumata etc verantwortlich aber soll die Konsequenzen tragen in Form gestiegener Kriminalität, Sozialkosten etc. Unser Land hat dahingehend mittlerweile sehr begrenzte Kapazitäten. Aber wir tun so, als hätten wir unendlich davon und haben die Pflicht hier alles und jeden zu dulden. Es ist eindeutig warum Menschen nach DE kommen, auch wenn wieder alle die Pullfaktoren abstreiten werden.

Die Arm-Reich Schere klafft auch deswegen auseinander, weil die Regierung auch den letzten Euro aus dem Mittelstand und Durchschnittsverdiener steuerlich auspressen will, um jede noch so dämliche scheiße weiterzufinanzieren.

Achja bevor es kommt : Nein, auch eine Reichensteuer oder ähnliche linke Flausen werden diese Löcher nicht stopfen, diese Regierung weiß bestimmt auch hier zielsicher das Geld zu versenken, bzw es anderweitig zu verschleudern. Wir könnten dreimal soviel Haushaltsbudget haben, es ändert nichts. Schau dir die Sozialausgaben an, die sind auf dem Höchststand. Was ist dein Argument? Noch mehr Kartoffelcash reinbuttern = weniger Migrantenkriminalität? Das ist doch kompletter Unfug.

Innerhalb weniger Jahre hat man fleißig daran gearbeitet die Umkehr von Mehrheitsverhältnissen gesamtgesellschaftlich voranzutreiben, was man jetzt erntet sind die Früchte davon, da jetzt auch langsam der letzte Grill-Boomer schnallt, was hier in 10-15 Jahren Sache ist, mit Blick auf Kriminalität, öffentliche Sicherheit, Ethnienzusammensetzung. Diese Diversifikation möchte ein Gros der Menschen in Deutschland nicht mittragen. Und das ist vollkommen okay.

Als die Stadtbilddebatte losging, wusste eigentlich jeder was gemeint war aber es wurde sofort wieder eine Diskussion draus gestrickt, als würden morgen die deutschen ICE Agenten kommen und jeden Schwarzköpfigen einsacken, und übermorgen rollen dann die Züge wieder..... So ist es mitnichten, aber es wäre schon geholfen wenn alle Ausreisepflichtigen hier außer Landes geschafft wären, oder man es gar nicht soweit kommen lässt. Hat man aber und deswegen muss der Laden halt wieder aufgeräumt werden.


Den Elefant im Raum will hier logischerweise keiner sehen aber unwidersprochen möchte ich den Quatsch halt auch nicht lassen.
 
Lauf in jeder Großstadt am Bhf entlang, lauf in Stuttgart über die Königsstr, in Frankfurt über die Zeil oder Hauptwache, die Liste lässt sich endlos fortführen.
Ich laufe mehr oder weniger regelmäßig zu jeder Tag und Nachtzeit über die Zeil. Was ist denn da so besonders schlimm, abgesehen davon, dass es sehr voll werden kann? Seit Jahren lebe ich problemlos in einem Frankfurter Stadteil mit sehr hoher Quote an migrantischen Menschen.

Welche Zustände meinst du konkret?
 
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Ich könnte jetzt einen Vortrag über Fluchtursachen und den Einfluss des Westens schreiben, aber da kann man sich genauso gut mit einem Brötchen unterhalten.

Und ich wette, dass du eine Menge Probleme hast und nicht eins dadurch verursacht wurde, dass Flüchtlinge im Land sind! Aber so wie du schreibst, ist es ja einfach! Du hast deine Schuldigen gefunden! Herzlichen Glückwunsch!

Wann verstehen AFD Wähler, dass 20-30 % nicht die Mehrheit sind?
 
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Schau dir die Sozialausgaben an, die sind auf dem Höchststand. Was ist dein Argument? Noch mehr Kartoffelcash reinbuttern = weniger Migrantenkriminalität? Das ist doch kompletter Unfug.
Sozialausgaben kürzen ist da leider der absolut falsche Weg. Das Geld, dass jetzt da gespart wird merke ich gerade sehr deutlich in meiner Arbeitsstelle und kann dir sicherlich sagen, dass da nur temporär gespart wird um dann später deutlich mehr zu bezahlen. Ich arbeite u.a. auch mit jugendlichen Straftäter*innen mit und ohne Migrationshintergrund und kann dir genau sagen, was gegen "Migrantenkriminalität" helfen würde.

Ich sehe Perspektivlosigkeit, Traumata etc. und auf der Gegenseite ein komplett unterfinanziertes Hilfesystem bestehend aus überlasteten Fachkräften, die ihr bestes tun aber nicht die Möglichkeit haben wirklich effektiv Hilfe zu leisten, da zu viele Fälle auf zu wenige Leute kommen, es keine Neueinstellungen gibt weil das Geld fehlt obwohl nur 75-80% der Stellen besetzt sind. Also Ja mehr Geld reinbuttern, Stellen wirklich besetzen und so die Einzelbelastung senken ist tatsächlich nachhaltig und würde dein gefühltes Problem von Migrantenkriminalität welches eigentlich Männerkriminalität heißt lösen.