Deutsche Politik & Wahlen

bei mir stellt sich langsam Resignation ein...
Kann ich komplett nachfühlen.
Ich verliere allmählich den Glauben an die Demokratie. Gerade auch, weil ich Inneneinsicht in Politik und Regierung(allerdings nicht auf Bundesebene) habe. Wir wissen, dass da diverse Monster vor uns stehen - aber unsere Lösung gegen die Monster ist Augen zu halten. Und mit Monstern meine ich nicht die AfD, sondern Klimawandel, bezahlbaren Wohnraum, die demographische Entwicklung mit Blick auf Arbeit, aber auch Pflege, marode Infrastruktur, etc.
Ich habe für die Politik und die Weltretterei meine Gesundheit ruiniert. War es das wert? Der Zweifel nagt stark an mir...
 
Kann ich nachvollziehen, doch sind das alles Monster, die wir selbst erschaffen haben. Wir haben unser Parteisystem so auseinander gerissen, dass Parteien, wie die AFD überhaupt die Chance erst haben, eine Mehrheit zu bekommen. Auf Bundesebene sind halt immer noch 75% der restlichen Wähler gegen Sie, warum bündelt man sowas nicht in weniger Parteien um voran zu kommen. Warum lässt man Lobbyismus noch zu, usw.

Wie willst du die Welt "retten" wenn die Überreiche Bevölkerung klar etwas dagegen hat...Die Erkenntnis wird kommen, wenn diese dann merkt, dass man Geld nicht essen und trinken kann.

€dit:
Solange wir Meinung mit Wissenschaft gleich stellen, werden wir auch der Meinung mehr Wichtung geben und damit notwendige Veränderungen erfolgreich blocken.
 
Ein gutes Drittel der Wähler rechtsextremer Gesinnung bezichtigen, aber warum gibt's denn so gar keine Diskussionen mehr...scheiße noch eins ich komm einfach nicht drauf.

Martenstein hat die Tage im Thalia Theater ein paar schöne Sätze zu einem Verbotsverfahren gesagt.

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Eigentlich eher verwunderlich, dass die Afd bei der aktuell eher schwachen Performance immer noch bei soviel Prozentpunkten steht. Da ist eigentlich noch deutlich mehr Potential nach oben möglich.
Mit Bild TV als Quelle hast du mich endgültig überzeugt. Ein AfD Verbot ist unnötig und links sowieso viel schlimmer als rechts.
 
Martensteins Rede war eine Polemik, ein Musterbeispiel von Tatsachenverdrehung. Die CDU/CSU hat halt nicht die Eier das Verbotsverfahren einzuleiten. Alleine dieser Schritt wäre schon Ausdruck politischer Stärke gegen totalitäre Strömungen.
 
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Selbst wenn die Wähler nicht alle rechtsextrem sind, finden sie es trotzdem okay mit Nazis mitzulaufen!

Seit Jahren immer die gleichen Argumente und hinterher will keiner von etwas gewusst haben!
Das ist so, als würden die Schafe den Wolf wählen, um es dem Schäfer mal so richtig zu zeigen!

Wenn man halbwegs anständig ist, läuft man nicht mit Nazis mit PUNKT
 
Nö, das eigentliche Problem ist, dass es immer noch Enlightened Centrists gibt, die mir erzählen, dass ich mit Leuten diskutieren soll, die sehenden Auges Faschos wählen und dabei um Himmels willen die Samthandschuhe anbehalten soll und ja nicht zu schlimme Worte benutzen soll (weil sie sonst die Nazis noch härter wählen?) und mich dann inhaltlich irgendwo in der Mitte treffen soll, wenn mein Gegenüber der Meinung ist, im Stadtbild gäbs zu viele Schwarzköpfe.

Wer die AfD wählt, der bedroht das Wohlergehen von Frauen, Menschen mit Geschlechtsidentitäten, die sich nicht ein binäres Muster zwängen lassen, queeren Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte und linken Menschen. Und da soll ich dann Gespräche führen, die ich bereits vor Jahren geführt hab und die offensichtlich zu keinem Ergebnis geführt haben? Wem soll das was bringen?
 
Der Aufschwung der AfD hat leider aus meiner Sicht einige Gründe. Neben z.B. Social Media, den Medien generell (auch Zeitungen) und Smartphone bedingte permanente Verfügbarkeit von Nachrichten möchte ich vor allem auf einen Treiber näher eingehen:

Über Jahre hinweg hat man Personen (das erstmal grundsätzlich unabhängig davon welche Partei sie wählen) direkt als Nazi oder Rassist beschimpft, wenn Kritikpunkte an der Migrationspolitik vorgetragen wurden. Oder als Schwurbler oder Querdenker, wenn man sich mit unter 30 nicht die drölfzigste Booster Impfung geben wollte. Es gab zu lange in der Diskussionskultur nur schwarz oder weiß, nur richtig oder falsch (nicht nur bei den zwei Beispielen sondern bei vielen weiteren Themen). Das kippt jetzt so langsam, weil man merkt, dass man sich dadurch zu viele Leute vergrault hat. So hat beispielsweise der WDR ja auch eher einen kritischeren Videobeitrag zur Migrationspolitik veröffentlicht.

Das hat viele Menschen frustriert, sie fühlen sich nicht verstanden. Schaut euch doch mal Gelsenkirchen an, frühere Hochburg der SPD (SPD Ergebnis BTW 2013: 44%). Jetzt: 25% AfD Wähler. Haben die Leute in Gelsenkirchen jetzt alle eine Hakenkreuzfahne in der Wohnung? Vermutlich nicht. Sie erleben aber in ihrer Stadt eine desolate wirtschaftliche Lage, hohe Inflation in den letzten Jahren, hohe Arbeitslosigkeit sowie Migration in die Sozialsysteme. Sie erleben eine Politik, die nichts unternimmt. Und dann fühlen sich die Menschen abgehängt und sind unzufrieden. Selbiges kann man auf viele strukturschwache Regionen in Ostdeutschland übertragen. Bei der BTW 2025 haben viele Arbeitslose blau gewählt (Quelle: Tagesschau). Diese Wählergruppe würde sich bei einem AfD Wahlsieg durch deren Programm ins eigene Fleisch schneiden. Die lesen nicht großartig Parteiprogramme, das sind Protestwähler.

Und neben Neonazis/Rechtsextremen spricht die AfD Strategie halt genau solche Leute an. Leider mit Erfolg. Würde schätzen so 10-15% der bundesweiten AfD Wähler kriegst du vermutlich nicht mehr überzeugt, weil eingefleischte Neonazis und Rechtsextreme. Die angesprochenen Protestwähler aber schon. Wir müssen schleunigst schauen, dass wir vernünftige Politik machen und diese Wählergruppe wieder einfangen, damit die ihr Kreuz woanders machen. Sonst werden wir 2029 oder spätestens 2033 leider im wahrsten Sinne des Wortes unser blaues Wunder erleben.

Jede Stimme für die AfD ist eine zu viel. Aber einfach drauf zu hauen und alle pauschal als Nazi oder Dummkopf zu beschimpfen macht es aus meiner Sicht nur noch schlimmer. Man kann nur konsequent aufklären, in die (sachliche) Diskussion gehen und ansonsten hoffen, dass unsere Regierung in Berlin vernünftige Dinge tut.
 
Ich glaube, dass man Wählern einer Partei, die inzwischen in halb Deutschland als gesichert rechtsextrem gilt durchaus eine rechtsextreme Gesinnung vorwerfen darf. Ich muss ja nicht das Parteiprogramm lesen um das zu sehen. Im Gegenteil muss ich schon aktiv wegschauen (oder tatsächlich dumm sein) um das nicht zu sehen.

Ich habe inzwischen innerlich tatsächlich aufgegeben. Wir laufen in die nächste Katastrophe und ich weiss nicht, wie sich das noch verhindern lassen soll.

Die Union versteckt noch nicht mal mehr ihre Korruptheit und macht Politik nur noch für diejenigen die am meisten zahlen, während die ärmeren Menschen durch das Nachplappern von AFD Parolen bei Laune gehalten werden sollen.

Die SPD hat seit Schröder keinerlei Profil mehr. Grüne und Linke werden schon deshalb nichts mehr reißen, weil Springer und Co dies nicht zulassen werden und die Menschen, die am meisten durch eine linke Politik profitieren würden das offensichtlich nicht verstehen werden. Die treten lieber nach unten und zur Seite als sich um die immer reicher werdenden Milliardäre und deren gerechte Besteuerung zu kümmern.

Die AFD wird mit Sicherheit stärkste Kraft werden, wenn nicht bei der nächsten, dann bei der übernächsten Bundestagswahl. Dann wird sich zeigen, ob die Union sich als Koalitionspartner anbietet oder mit den bösen Grünen oder sogar der Linken eine 3 bis 5 Parteien Koalition bildet, die nach 6 Monaten implodiert und noch schlimmere Zustände hinterlässt.

Und damit stehen wir in der Welt immernoch besser da als viele andere Länder. Ich bin bereit Wetten anzunehmen, ob die USA in 3 Jahren nochmals Wahlen veranstalten. Ich denke nicht. Zumindest werden da an jedem Wahllokal in den Swingstates doch sicherheitshalber ein Dutzend ICE-Schläger postiert werden, um sicherzugehen, dass auch „richtig" gewählt wird.

Und bevor ich angefangen habe hier zu schreiben habe ich auf Spiegel gelesen, dass es im Kreml Stimmen gibt, die Atomwaffen gegen westeuropäische Hauptstädte einsetzen wollen.

Ich bin jetzt 43. Gebt mir zumindest noch 20 Jahre, dann könnt ihr mit dem Planeten machen was ihr wollt.

Sorry für die miese Stimmung.
 
Migration ist leider ein Sündenbock, der für viele Probleme herhalten muss. Die Baustellen liegen aber ganz woanders.

Dazu kam der Höhenflug auch dadurch zustande, dass sich Parteien und der ÖRR der AfD durch häufigere Interviews und wohlwollendere Berichterstattung anbiederten. Wenn man sich die Umfragewerte der AfD anschaut ergibt sich ein interressantes Bild. Genau nach dem Rmigrationstreffen in Potsdam und der kritischen Berichterstattung (Remigration = Massendeportationen) sackte die AfD ordentlich ab. Seitdem es das Wörtchen Remigration in den politischen Diskurs geschafft (und die AfD ihr Ziel erreicht) hat, ging es wieder steil bergauf.

Sehr schön hat es Marc-Uwe Kling in Quality Land beschrieben. Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, wählen sie immer die Originalscheiße, nicht die Imitation davon. Durch das Kopieren von AfD-Politik wird man die Partei nur weiter stärken. Durch härtere Maßnahmen in der Migrationspolitik legitimiert man die AfD und macht sie salonfähig.

Interessant fand ich ein Interview, das ich mal irgendwo las (vermutlich in der taz). Thema war das sinkende Sicherheitsgefühl, obwohl Straftaten faktisch zurückgehen. Auch hier wird oft Migration als Grund angeführt. Essenz des Interviews war, dass man mangelnde gefühlte Sicherheit mit recht simplen Maßnahmen wie einer besseren Stadtbeleuchtung besonders in Unterführungen ausgleichen kann.

Man muss der AfD durch eine positive Zukuntsvision den Wind aus den Segeln nehmen. Je besser es die Menschen haben, desto schwerer hat es der Rechtsextremismus.
 
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Migration ist leider ein Sündenbock, der für viele Probleme herhalten muss. Die Baustellen liegen aber ganz woanders.

Dazu kam der Höhenflug auch dadurch zustande, dass sich Parteien und der ÖRR der AfD durch häufigere Interviews und wohlwollendere Berichterstattung anbiederten. Wenn man sich die Umfragewerte der AfD anschaut ergibt sich ein interressantes Bild. Genau nach dem Rmigrationstreffen in Potsdam und der kritischen Berichterstattung (Remigration = Massendeportationen) sackte die AfD ordentlich ab. Seitdem es das Wörtchen Remigration in den politischen Diskurs geschafft (und die AfD ihr Ziel erreicht) hat, ging es wieder steil bergauf.

Sehr schön hat es Marc-Uwe Kling in Quality Land beschrieben. Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, wählen sie immer die Originalscheiße, nicht die Imitation davon. Durch das Kopieren von AfD-Politik wird man die Partei nur weiter stärken. Durch härtere Maßnahmen in der Migrationspolitik legitimiert man die AfD und macht sie salonfähig.

Interessant fand ich ein Interview, das ich mal irgendwo las (vermutlich in der taz). Thema war das sinkende Sicherheitsgefühl, obwohl Straftaten faktisch zurückgehen. Auch hier wird oft Migration als Grund angeführt. Essenz des Interviews war, dass man mangelnde gefühlte Sicherheit mit recht simplen Maßnahmen wie einer besseren Stadtbeleuchtung besonders in Unterführungen ausgleichen kann.

Man muss der AfD durch eine positive Zukuntsvision den Wind aus den Segeln nehmen. Je besser es die Menschen haben, desto schwerer hat es der Rechtsextremismus.

Straftaten sind gesunken, weil weniger Leute wegen Cannabis hochgenommen werden. Gewaltkriminalität ging hoch auf den höchsten Stand seit 20 Jahren, Gewalt durch nicht deutsche Tatverdächtige und Jugendkriminalität ist durch die Decke gegangen. Polizeiliche Kriminalstatistik

Aber ja, paar Straßenlaternen werdens richten, da bin ich sicher.

Häufiger Interviews und wohlwollende Berichterstattung, meinst du das ernst?! Talkshows - Politikerauftritte vs. Anteil im Bundestag| Statista.
 
Die Statistik liefert ja nicht nur Zahlen, sondern auch Einordnungen. Benannt werden bei den Jugendlichen die Risikofaktoren wirtschaftliche Unsicherheiten, gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen, psychische Belastungen und familiäre Faktoren.
"Bei nichtdeutschen Kindern und Jugendlichen können einige Risikofaktoren, unter anderem Armutsrisiko sowie psychische Belastung, vergleichsweise häufiger auftreten. Das gilt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung."

Betrachtet man die sozioökonomischen Faktoren, tritt zu Tage, dass die Migration nicht der Hintergrund für die Straffälligkeit ist, sondern vor allem die Armut. Denn auch "urdeutsche" Jugendliche werden straffällig - allerdings deutlich häufiger wenn sie arm sind, als wenn sie reich sind. Und das ist wiederum bei den Migranten ebenso. Nur dass Migration häufig mit einem erhöhten Armutsrisiko einhergeht. Ist übrigens kein deutsches Phänomen, identische Debatten(Jugendliche Straffälligkeit/Migration/Armut) gibt es auch bei unseren Nachbarn, zB in Frankreich.

Die Jugend ist auch eine Lebensphase der Delinquenz, mit steigendem Alter nehmen die strafbaren Handlungen ab. Vor dem Hintergrund, dass wir eine Pandemie hatten, die sich auf Jugendliche deutlich intensiver ausgewirkt hat, als auf Erwachsene, während parallel die Arm-Reich-Schere immer weiter auseinander klafft, verwundert es mich keinen Meter, dass die Jugendkriminalität ansteigt...