Migration ist leider ein Sündenbock, der für viele Probleme herhalten muss. Die Baustellen liegen aber ganz woanders.
Dazu kam der Höhenflug auch dadurch zustande, dass sich Parteien und der ÖRR der AfD durch häufigere Interviews und wohlwollendere Berichterstattung anbiederten. Wenn man sich die Umfragewerte der AfD anschaut ergibt sich ein interressantes Bild. Genau nach dem Rmigrationstreffen in Potsdam und der kritischen Berichterstattung (Remigration = Massendeportationen) sackte die AfD ordentlich ab. Seitdem es das Wörtchen Remigration in den politischen Diskurs geschafft (und die AfD ihr Ziel erreicht) hat, ging es wieder steil bergauf.
Sehr schön hat es Marc-Uwe Kling in Quality Land beschrieben. Wenn die Leute Scheiße wählen wollen, wählen sie immer die Originalscheiße, nicht die Imitation davon. Durch das Kopieren von AfD-Politik wird man die Partei nur weiter stärken. Durch härtere Maßnahmen in der Migrationspolitik legitimiert man die AfD und macht sie salonfähig.
Interessant fand ich ein Interview, das ich mal irgendwo las (vermutlich in der taz). Thema war das sinkende Sicherheitsgefühl, obwohl Straftaten faktisch zurückgehen. Auch hier wird oft Migration als Grund angeführt. Essenz des Interviews war, dass man mangelnde gefühlte Sicherheit mit recht simplen Maßnahmen wie einer besseren Stadtbeleuchtung besonders in Unterführungen ausgleichen kann.
Man muss der AfD durch eine positive Zukuntsvision den Wind aus den Segeln nehmen. Je besser es die Menschen haben, desto schwerer hat es der Rechtsextremismus.