Vereinfachend ist ein super Stichwort! Passt nämlich auch zu etwas dass mich am Sonntag sehr gestört hat und auch immernoch stört.
Ich lebe in einem 15.000 Einwohnerdorf und würde behaupten dass das eigtl schon so die Schwelle ist, bei der man den klassischen “man kennt sich” Überbegriff verwenden kann.
Dementsprechend wähle ich bei der Kommunalwahl natürlich Leite aus dem Ort in den Gemeinderat, die ich kenne und mag oder eben für gut meine Interessen stellvertretend erachte. Dort geht es dann eben nicht um Parteien sondern um Menschen.
Und hier ist mir aufgefallen, dass das scheinbar sehr viele so machen, außer die AFD Wähler. Beeindruckend ist nämlich rauszufiltern mit welcher Gleichgültigkeit AFD gewählt wurde. Während bei allen anderen Parteien die Stimmen klar auseinander gehen je nach Bewerber, hat bei den AfD Leuten jeder eigtl die gleichen Stimmen bekommen. Also Beispiel bei CSU hat der beste 6000 Stimmen, der schlechteste 400, bei SPD hat der beste 3500 Stimmen, der schlechteste 250. Bei der AFD ist das nicht so da unterscheidet sich der schlechteste vom besten in gerade mal 350-400 Stimmen…
Bedeutet im Umkehrschluss dass einfach oben das Kreuz gesetzt wurde und sich überhaupt nicht damit befasst wurde wer das eigtl ist. Jetzt hocken da 3 Rentner ü60 im Gemeinderat die niemand kennt und die Leute die da ein Kreuz gemacht haben müssen sich schon die Frage gefallen lassen ob sie die Wahl überhaupt verstanden haben wie die funktioniert und was sie damit erreichen…
Ein symptomatisches Beispiel für eine undurchdachte Protest Wahl ala “ich find alles kacke deswegen AFD Kreuz”
Hat die Afd bei deinem Wahlkreis einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt ? Ich gehe einfach mal von Nein aus. Diese Kandidaten stehen meist auf Listenplatz 1 und wenn nicht, werden sie doch nahezu sicher mit einem großen Abstand am meisten gewählt werden. Das würde einen Unterschied erklären. Gucke ich mir die Verteilung in meiner Stadt bei anderen Parteien an, ergibt sich dann bei den folgenden Listen schon eine weit weniger große Streuung in der Stimmverteilung.
Einen anderen Ansatz, solltest du dir selbst herleiten können. Natürlich haben die Altparteien - je nachdem wo ihre Hochburgen liegen - immer ihre Platzhirsche in der Kommunalpolitik gehabt und sind dort weitaus etablierter und bekannter, sei es durch ihre berufliche Tätigkeit oder ihr langes Engagement auf kommunalpolitischer Ebene und weil sie halt schon immer dort gewählt wurden. Treten diese bekannten Persönlichkeiten dieses Jahr nicht mehr an, so wussten sie zielsicher und wirksam ihre Nachfolger zu installieren und haben das auch mit allen verfügbaren Kanälen getan. Diese Strukturen kann die Afd logischerweise noch gar nicht haben, weil es sie nicht so lange gibt, weil sie ihr Stigma erst langsam verliert und die Leute die Berührungsängste erst abbauen müssen und weil ihnen auch der Zugang zum Bürger durch das, ich nenne es polemisch
Altparteienkartell, nach allen Regeln der Kunst erschwert wird. Und ja selbstverständlich wird die Afd auch auf Kommunaler Ebene aus Protest gewählt. Wenn kein Parteifunktionär im Vorfeld eine Gelegenheit auslässt, die Afd zu verunglimpfen, mit schärfsten rhetorischen Mitteln unmöglich macht oder droht (offen oder versteckt...looking at you Linke, Stichwort : make fascists afraid again), dann ist das Tischtuch halt zerschnitten. Dann wähle ich auch keinen noch so sympathischen Vertreter einer anderen Partei.
Jetzt wie die beleidigten Leberwürste dreinzuglotzen, allen voran die verfickte CSU, die mal mehr, mal weniger versucht die Politik der Alternative zu kopieren und was davon zu faseln, dass die Wähler ja die Wahl nicht verstanden haben, ist lachhaft. Noch dazu, weil bei jeder anderen Wahl bei der es eng wurde, keine Gelegenheit ausgelassen wurde, dazu aufzurufen, doch als Demokraten zusammenzustehen und jeden Gegenkandidaten der Afd zu wählen. Und die Wähler der Afd freuen sich dann halt doch über die drei Sitze, auch wenn sie noch keiner kennt. Beweise für eine bessere Politik, können sie ja jetzt erbringen.