In dieser Lage ist Verständnis die falsche Strategie. In dieser Lage kann die Forderung, dass man AfD-Wähler nicht beschimpfen, ja nicht einmal kritisieren dürfe, weil die doch einfach nur ihre Sorgen und ihr legitimes Nichteinverstandensein artikulierten, nur zurückgewiesen werden. Es gibt keinen vernünftigen Grund, die AfD zu wählen – es sei denn, man wäre ein Vaterlandsverräter und bereit, sich der Herrschaft, zumindest aber der Hegemonie des Wladimir Putin zu unterwerfen.
Und genau das wäre die angemessene Haltung der Union, deren Kulturkämpfer ja niemals Hemmungen hatten, außer den grünen Politikern auch deren Wähler, ja das ganze Milieu zu beschimpfen. Es gibt keinen Grund, die AfD zu wählen: weil deren Forderungen und Versprechungen entweder unerfüllbar sind (70 Prozent Rente) oder auf den Bankrott des Landes hinausliefen (EU-Austritt, Deutsche Mark zurück) oder auf den Bankrott aller Menschlichkeit (Remigration). Und weil, wie das im Wahlprogramm für Sachsen-Anhalt gefordert wird, von der deutschen Kultur nur noch ein kümmerlicher, spießiger, provinzieller und barbarischer Rest bliebe. Der „Walkürenritt“ als Klingelton, und aus dem „Faust“ merken wir uns nur den einen Satz, dass ein deutscher Mann „keinen Franzen leiden“ mag.
In dieser Härte muss man es vor allem jenen Menschen sagen, die behaupten, dass bei ihnen zu Hause, auf dem Dorf oder in der Kleinstadt, die Verhältnisse ganz anders seien. Weil doch der Herr Siegmund, der sachsen-anhaltische Spitzenkandidat, so ein freundlicher, gut gelaunter Mensch sei. Und die AfD-Stadträtin sei eine anständige Frau, die einem immer zuhöre. Und der Bäcker, dieser hilfsbereite Mensch, sei auch in der AfD, die dann ja nicht so schlimm sein werde.
Doch, muss man antworten. Diese Partei hat die Zerstörung Deutschlands zum Ziel, weshalb wir über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ihrer Mitglieder erst reden werden, wenn die ausgetreten sind aus der Partei.