WM 2026

Leider habe ich immer mehr das Gefühl, dass es bei der Fußball-WM schon lange nicht mehr in erster Linie um den Sport geht.

Wenn man bereits vor dem Turnier Prognosen liest, nach denen sich die FIFA bei diesem Event erneut um mehrere Milliarden US-Dollar bereichern soll, wird mir ehrlich gesagt schlecht. Natürlich ist klar, dass so ein Großereignis Geld kostet und auch Einnahmen generieren muss. Aber die Dimensionen, in denen das mittlerweile stattfindet, haben für mich kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Gedanken des Sports zu tun.

Besonders deutlich wird das bei den Ticketpreisen. Diese sind schon lange absurd hoch und steigen gefühlt alle zwei beziehungsweise vier Jahre weiter ins Unermessliche. Ich würde mir wirklich gerne einmal ein hochkarätiges Spiel live im Stadion anschauen. Aber wenn man dafür inzwischen einen vierstelligen Betrag zahlen muss, vergeht mir die Lust daran komplett.

Der Sport und auch die Stadien waren doch ursprünglich einmal dafür da, Fußball einer breiten Masse zugänglich zu machen. Natürlich durfte und sollte dabei auch Gewinn entstehen, um Infrastruktur, Nachwuchsarbeit und den Sport selbst weiterzuentwickeln. Aber aktuell wirkt es immer mehr so, als würden Live-Sportveranstaltungen zu reinen „Premium Live Events“ gemacht, bei denen normale Fans zunehmend ausgeschlossen werden.



Genau darin sehe ich das Problem: Fußball entfernt sich immer weiter von den Menschen, die ihn groß gemacht haben.

Dazu kommt, dass auch die Ethik der FIFA mehr als hinterfragt werden muss. Ob Vergaben, wirtschaftliche Interessen, Arbeitsbedingungen, politische Verstrickungen oder der Umgang mit Fans. Es entsteht immer wieder der Eindruck, dass moralische Fragen hinter Profit und Machtinteressen zurückstehen müssen.

Für mich bleibt deshalb die Frage: Wie viel hat eine Fußball-WM heute noch mit Sport, Leidenschaft und Fankultur zu tun und wie viel ist inzwischen einfach nur noch ein gigantisches Geschäftsmodell?
 
Geht mir tatsächlich ähnlich. Deshalb auch der Verweis auf die sehr berechtigt kontroversen Diskussionen.

Als die WM in die USA vergeben wurde war mein fester Plan für ein Spiel (egal welches) nach Miami zu fliegen und mir dort mal ein "großes" WM Spiel anzuschauen. Alles mit dem Background das die WM94 meine erste wirklich sehr bewussst erlebte WM war und ich viele gute Erinnerungen an das Turnier und die damalige Zeit habe.
Tja, Trump, die Ticketpreise, die FIFA im Allgemeinen machten mir das Ganze dann doch komplett madig und ich verzichte auf den Vor-Ort Besuch.
Der Nationalmannschaft an sich schon noch ein treuer Zuschauer. Da tue ich mich seit dem Abgang des unsäglichen Oliver Bierhoff auch wieder etwas leichter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal sehen, hab für einen Kunden ein Biergartenprojekt erstellt und bin da erstmals mit dem Zeitplan an sich in Verbindung gekommen. Die sind ja wegen der 3 beteiligten Länder vogelwild, vor allem in der viel zu langen Vorrunde. Türkeispiele z.b. sind immer konsequent frühmorgens zwischen 4 und 6 startend.

Leidenschaft für das Nationalteam war auch mal wesentlich größer und die Fifa will man eigentlich auch absolut nicht unterstützen.
Generell schwierig mit dem modernen Fußball warmzuwerden - besonders wenn man höherklassigen Fußball mag und nicht in die Niederungen der 5. Liga oder tiefer abtauchen mag.
 
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Reaktionen: DuckieW
Eigentlich wollte ich das Thema „Trump“ hier gar nicht aufmachen. Aber da wir gesellschaftlich gefühlt schon mehrfach bei Idiocracy angekommen sind und das Bild für mich genau in diese Richtung geht fällt es schwer, das komplett auszublenden.

Manchmal braucht es gar nicht viele Worte. Das Bild spricht im Grunde für sich.

Es zeigt für mich ziemlich gut, wie absurd die Vermischung aus Politik, Inszenierung, Personenkult und Unterhaltung mittlerweile geworden ist.

Was früher vielleicht noch Satire gewesen wäre, möchte man heute nicht glauben... muss es aber.
Und genau das ist ja das Problem: Man schaut darauf, lacht vielleicht kurz und merkt dann, dass es eigentlich gar nicht mehr lustig ist und die Funktionäre einen Scheiss auf die Fans und den Sport geben.... $$$

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Naja, aber das System Fussball krankt ja nicht erst seit Infantino. Von daher finde ich es lustig, dass sein Vorgänger Blatter ihm nun Machtmissbrauch vorwirft.. als ob Blatter nicht genau die gleiche Nummer gefahren wäre in seinen 17 Jahren als Fifa Boss. Nur mit etwas weniger schwindelerregenden Summen damals. Und ein Trump sah man damals noch im Fernsehen als Moderator.