Album Reviews

Dieses Thema im Forum "Musik allgemein" wurde erstellt von HerrDunst, 11. Februar 2011.

  1. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Ja gut, war auch nicht sonderlich viel los hier dieses Jahr. Wird Zeit, dass hier in zweieinhalb Wochen wieder jemand den Oliver Geissen macht.
     
  2. Doctahcerveza

    Doctahcerveza Parkrocker

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    Zm gut vorne dabei wa?
     
  3. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Möglicherweise :p
     
  4. Hooch

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    One Direction - Made In The A.M.

    Seit 1D ohne Zayn dastehen ist die Gruppe für meine Schwester tot - für mich dagegen noch lebendiger als das schimmlige Sushi, das ich am Sonntag fast gegessen hätte. Fragt sich nun, ob sie weiterhin so feel-good-catchy Songs machen können oder völlig belanglos geworden sind?

    Klare Antwort: Jein. War der Vorgänger "FOUR" noch mit Megahits wie "No Control", "Where Do Broken Hearts Go" oder auch "Girl Almighty" gespickt, kommt "Made In The A.M." eine weitere Spur biederer rüber. Paar ruhige folkige Balladen, aber auch gewohnt eingängige Nummern wie "Drag Me Down", "Never Enough" oder auch "Perfect" prägen den 50-minütigen Lausch. Ganz zufrieden ist der kritische, alterstechnisch die Zielgruppe deutlich überragende Rezensent nicht, aber auch keineswegs enttäuscht. Feelgooden tut man weiterhin. Betrachten wir es einfach als Aufwärmprogramm für Adeles Fünf 'n' Zwanzig.

    Anspieltipps: Perfect, Never Enough, Drag Me Down, Olivia

    6/10
     
    #44 Hooch, 17. November 2015
    Zuletzt bearbeitet: 17. November 2015
  5. Doctahcerveza

    Doctahcerveza Parkrocker

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  6. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Mann, ging das Jahr schnell vorüber. Und Mann, hab ich viel Geld für neue Alben ausgegeben. Dementsprechend war es dieses Jahr noch ein wenig schwieriger, sich auf zehn Alben festzulegen. Hab's trotzdem mal wieder versucht und werde Euch wieder an den vier Adventssonntagen daran Teil haben lassen. Auf den ersten drei Platzierungen gibt es Funeral Doom aus Deutschland, das Comeback des Jahres aus den USA und, ebenfalls aus den Staaten, das Album, das Black Metal-Puristen dieses Jahr vermutlich am meisten auf den Sack gegangen ist. Viel Spaß!

    Einmal mehr zieht einen der vierköpfige Riesenkrake in die Tiefe. Auf ihrem nunmehr vierten Studioalbum The Boats Of The Glen Carrig (benannt nach einem Horrorroman von William Hope Hodgson) verfeinern Ahab ihren einzigartigen Funeral Doom. Noch immer herrscht die gnadenlose, alles erdrückende Langsamkeit, die von atmosphärischen Vocals zwischen tiefstem Grollen und geradezu zerbrechlich anmutendem Klargesang unterstützt wird. Doch Ahab wären nicht Ahab, wenn nicht auch auf diesem Album neue Elemente und Experimente Einzug in den Kosmos der Band halten würden - und damit ist nicht nur das erstaunlich bunte Cover gemeint.

    Mit Like Red Foam ist nicht nur der bisher kürzeste eigenständige Titel in der ahabschen Diskographie enthalten, sondern auch ein verhältnismäßig straighter Metal-Song, der einen nicht etwa mit seinen Fangarmen in den Abgrund zieht, sondern einem viel mehr ins Gesicht springt und sich fest beißt. Im Kontrast dazu folgt mit dem viertelstündigen The Weedmen direkt im Anschluss der bisher längste Track, den der Vierer bisher veröffentlicht hat. Ein Monument, das einen nicht einfach nur in die unerforschten Tiefen des Ozeans drückt, sondern auch die Hoffnung weckt, doch noch einmal auftauchen zu können - nur um diese sofort wieder zu Grabe zu tragen.

    Ahab waren noch nie die Band, die in der Tradition von My Dying Bride und anderen Größen des Doom auf Romantik und Schmerz gesetzt hat. Die Band hat ihre brutale, erdrückende Nische gefunden und beherrscht diese absolut meisterhaft, ruht sich dabei aber nicht auf bewährten Formeln aus, sondern beweist mit jedem Release neuen Mut und Experimentierfreude. Man darf gespannt sein, wie tief die Reise noch gehen wird.


    Düstere Pianotöne untermalen den titelgebenden Opener. Doch schon nach wenigen Sekunden umschmeichelt den Hörer eine schelmisch-charmante Stimme, der man den fast schon verführerischen Schalk im Nacken fast schon ahört. Kein Zweifel mehr: Faith No More haben nach 18 Jahren wieder ein Album veröffentlicht. Und auch wenn die Herrschaften um Frontmann Mike Patton (oder wie ich ihn auch gerne nenne: Gott) das ein oder andere Pfund drauf gepackt haben und die meisten von ihnen mittlerweile ein charmantes Grau auf dem Kopf tragen - altersmilde sind diese fünf großartigen Musiker noch nicht geworden.

    Wenn eine Band so lange von der Bildfläche verschwindet, ist die normalste Reaktion sicherlich Skepsis. Noch dazu, wenn das erste Lebenszeichen, bei dem die Meisten wohl mit einer "klassischen" Single gerechnet hatten, dann ausgerechnet Motherfucker ist. Mehr Mantra, denn Song, geradezu bedrohlich dunkel in den Strophen, bis letztendlich die große Eruption in Form der Gitarren den Hörer erlöst, bietet der Song eigentlich alles, was man sich von FNM wünschen kann, und lässt doch viele ratlos zurück. Andere Stücke des Albums wirken da schon nachvollziehbarer, versprühen aber nicht weniger des bandtypischen Gemischs aus funkigen Melodien, prägnanten Riffs, Italo-Charme, klassischen Piano-Riffs und natürlich der stimmlichen Glanztaten von Mike Patton.

    So stehen die Rockoper Matador und das jazzig rockende Sunny Side Up vollkommen gleichberechtigt nebeneinander und kreieren mit den anderen acht Stücken zusammen ein Soundgemisch, das so vielseitig und gleichzeitig so harmonisch ist, wie es nur wenige Bands derart konsequent umsetzen können.

    Wo andere Bands nach so langer Zeit ein Album einzig als Legitimation, um wieder touren zu können, veröffentlichen, touren FNM so lange, bis sie wieder Bock auf ein Album haben - und machen damit alles richtig.




    Schaffte man es im Hause Deafheaven mit dem letzten Album Sunbather noch, Black Metal Puristen mit einem rosa Cover zu ärgern, bevor der erste Ton überhaupt gespielt war, so erlediget dies diesmal auf den ersten Blick ein Songtitel wie Baby Blue. Auch das Soundgewand des neuen Albums zeigt Deafheaven wieder von ihrer besten Seite.

    Die Rezeptur, die Sunbather zu einem der besten Alben des Jahres 2013 gemacht hat, wurde konsequent verfeinert. Einmal mehr paaren sich grimmiger, Corpsepaint tragender Black Metal und verträumter Shoegaze und bekommen in Form von New Bermuda das schönstmögliche Baby, das man sich vorstellen kann. Dabei setzen die Kalifornier nicht etwa auf die Sicherheitskarte und veröffentlichen ein Reißbrettalbum, das genau wie Sunbather klingt (hat aber auch niemand erwartet, ne?), sondern erweitern ihr Spektrum um sinnvolle und konsequente Nuancen. Wer hätte schon ein derart klassisches Giterrensolo im bereits angesprochenen Baby Blue erwartet? Und noch entscheidender: Wer hätte erwartet, dass es den Klangkosmos dieser Ausnahmeband so grandios erweitert?

    Allgemein beherrschen Deafheaven die nordisch kalte Raserei zwar Perfekt, letztendlich schaffen es aber wie zum Beispiel auch im Opener Brought To The Water die fast schon heimlichen Übergänge von der Berserkerei in verträumte Zwischenspiele es, für die wahrlich atemberaubenden Momente zu sorgen.

    Lange Haare und Corpsepaint? Hornbrillen und Undercuts sind im Jahre 2015 die wahre Rebellion innerhalb der Szene, Ihr Schweineficker.

     
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  7. Dar.k.ling

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    Hast du jetzt schon deine Alben beisammen? Es ist immerhin erst Ende November und es könnten ja noch gute Alben erscheinen.
     
  8. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Zwei hab ich noch auf der Liste (die hundertprozentiges Top 10 Material sind), aber das mit den Reviews ist meine ganz persönliche liebgewonnene Vorweihnachtstradition. Da nehm ich etwaige Lücken in Kauf.
     
  9. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Zweiter Advent, zweites Review-Paket!

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    Heute geht's weiter mit den Plätzen 7 bis 5. Postapokalyptischer Deutschrap, genregrenzenzersetzender Metal aus Schweden und in Argentinien beheimateter Black Metal mit italienischen Wurzeln. Viel Spaß!

    K.I.Z. im Jahre 2015 - die vielleicht beste Möglichkeit, den Weltuntergang einzuleiten. Doch wie konnte es zum letztendlich überraschend positiven post-apokalyptischen Paradies, das zum Schluss im Titeltrack mit der Unterstützung des charismatischen Henning May behandelt wird, kommen?

    Die eröffnende Selbstbeweihräucherung Wir setzt noch auf klassische Trademarks: Bissige Punchlines, gerne auch unter der Gürtellinie. Weder Gott, noch die 257ers sind hier heilig. Doch schon mit Geld, dem zweiten Track, beginnt sich der Wind zu drehen. Zwar kann dieser neben dem Opener und Stücken wie Ehrenlos oder Superstars noch am ehesten klassische Kannibalen-Elemente aufweisen, doch hier wird zum ersten mal deutlich, dass beißende Gesellschaftskritik nicht länger in ein bis zwei Zeilen versteckt wird, sondern klar dominiert. In die Wunden, die sich die Gesellschaft tagtäglich reißt, wird nicht mehr nur der Finger gelegt, sondern auch noch schön Salz gestreut. Entsprechend düster sind auch die Beats gehalten.

    Und so werden von Armut, über Fremdenfeindlichkeit, Kapitalismus und Missbrauch bis zum Drang, all diese Schreckensszenarien mit billigem Alkohol und Manny Marc zu vergessen, düstere Szenarien gesponnen, bis dann endlich im Atomschutzbunker die nach einer knappen Stunde befreiende Katharsis einsetzt.

    Früher wurden mehr Mütter gefickt und Partys auf Hurensohngräbern gefeiert - doch relevanter als mit Hurra die Welt geht unter waren K.I.Z. noch nie.




    Auch Tribulation haben sich verändert. Durfte ich lesen, denn bis zum grandiosen The Children Of The Night war mir der Vierer aus Schweden ehrlich gesagt noch überhaupt kein Begriff. Da ich kein allzu großer Death Metal-Fan bin, hätte meine erste Begegnung mit dem Quartett vermutlich aber ohnehin nicht die Spuren hinterlassen, die das aktuelle Album hinterlassen konnte.

    Death Metal ist bei Tribulation im Jahre 2015 zwar immer noch ein bewährtes Element, um den Stücken aber das gewünschte Ambiente zu verleihen, bedient man sich auch an Versatzstücken von Gothic (im besten Sinne), düsterem Rock und allerlei Metal-Anleihen. Denn eines wird über nicht ganz 57 Minuten besonders deutlich: Erlaubt ist, was der Atmosphäre dient. Und die ist auf The Children Of The Night so dicht (man höre sich nur den grandiosen Abschlusstrack Music From The Other an), dass selbst größte Death Metal Realkeeper nichts Anderes übrig blieb, als Anerkennung zu zollen.

    Tribulation liefern nicht nur ein absolut stimmiges Album ab, das sich zwar erkennbar vor Größen wie Black Sabbath verneigt, jedoch immer eine eigene Identität zeigt, sondern auch noch eine Ansammlung regelrechter Hits, die zeigen, dass Ohrwürmer nicht immer simpel und stupide sind, sondern auch mit großer musikalischer Qualität entstehen können.


    Für Black Metal-Liebhaber und solche, die es werden wollen:

    Downfall Of Nur ist das Projekt eines jungen Italieners, der in Eigenregie eines der mMn packendsten Black Metal-Werke der jüngeren Vergangenheit veröffentlicht hat. Neben klassisch-kalten Black Metal-Passagen der alten Schule reihen sich Dudelsäcke, Flöten, sowie generell alles, was der Atmosphäre dienlich ist. Erlaubt ist, was gefällt - und mir gefällt die bei aller Experimentierfreude extrem durchdachte, zu keinem Zeitpunkt effekthascherische Darbietung außerordentlich gut.

    Für Freunde des Black Metal ein absolutes Muss, für Freunde harter und vor allem scheuklappenfreier Musik ganz generell ebenso. Mich hat das aktuelle Album Umbras de Barbagia (das man im verlinkten Video übrigens komplett hören kann) jedenfalls fest in seinen Bann gezogen und ich hab richtig Bock, noch viel von diesem Wunderkind zu hören.

     
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  10. Alphawolf

    Alphawolf Schnauzer-Andi
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    Jeden Adventssonntag, das hat ja super funktioniert! War am Wochenende aber auch einfach nicht drin. Dafür wird heute das Stockerl betreten, ist ja auch schön. Ein feines Süppchen aus deutschem Black und Doom Metal scheitert knapp, das tighteste Deutschraprelease der letzten Jahre schafft dafür den Sprung auf Platz 3.

    Schwer und düster ist Helrunars Niederkunft. Damit bietet sie das perfekte Soundgewand für die behandelte Thematik - die Zeit des dreißigjährigen Krieges. Die Pagan-Einflüsse wurden spürbar zurück gefahren, das Klangbild prägt eine Melange aus Black und Doom Metal, angereichert mit vereinzelten Death Metal Einsprengseln, besonders in der Gitarrenarbeit. Die schiere Hoffnungs- und Hilflosigkeit der Menschen zu dieser Zeit bekommt hierbei das perfekte musikalische Äquivalent.

    Doch nicht nur die Göteborger Schule hält Einzug in den Helrunarschen Klangkosmos, auch lyrisch wird mit den in englischer Sprache gehaltenen Devils, Devils Everywhere! und The Hiebner Prophecy neues Terrain betreten.

    Diese Neuerungen wirken dabei keinesfalls wie erzwungener Wandel des künstlerischen Anspruchs wegen, sondern fügen sich sinnvoll in die Entwicklung ein, die die Band seit Jahren nimmt. Erlaubt ist, was dem Gesamtbild des Albums dient, und das ist hier definitiv der Fall. Dies kann sowohl der vertonte, brandschatzende Überfall Magdeburg brennt sein, als auch ein düsterer Chor (Grimmig Tod) oder die Vertonung eines Gedichts von Andreas Gryphius, das sich genau mit den Schrecken dieser Zeit auseinander setzt (Die Kirch ist umgekehret).

    Helrunar präsentieren sich im Jahre 2015 so vielseitig, wie vielleicht noch nie - und liefern nach dem grandiosen Zwillingsalbum Sól ein weiteres Referenzwerk für harte, atmosphärisch dichte Musik aus Deutschland ab.




    Mit einem Quasi-Debüt das unfickbarste Deutschrap-Release des Jahres abzuliefern, ist keine Selbstverständlichkeit. Es sei denn, man ist Testo und Grim104 und veröffentlicht als Zugezogen Maskulin mit Alles brennt ein Album, das so nah am zeitgeist ist, dass es weh tut. Ein Album, das ironisch zwinkern kann (Monte Cruz), sich aber auch entwaffnende Beobachtungen zutraut (Oranienplatz), das persönliche Erfahrungen (Plattenbau O.S.T.) genauso authentisch vermittelt, wie Sorgen und Ängste einer ganzen Generation in Zeiten von Fremdenhass, Gentrifizierung und Orientierungslosigkeit (Schiffbruch).

    Anders als ehemalige Vorbilder, die sich mit Mitte 30 an einer Coming Of Age Platte versuchen und dabei große Probleme haben, den Puls der Zeit zu treffen, ohne sich in Allgemeinplätzen zu verlieren (und dafür zurecht in Vatermörder zu Grabe getragen werden), erschaffen Zugezogen Maskulin ein Album, das zuweilen fast schon erschreckend nah am Zeitgeist ist, ohne sich anzubiedern. Es wird beobachtet, ohne den Zeigefinger zu heben, oder sich in den immer gleichen Plattitüden zu verlieren.

    Auch musikalisch ist man einem Großteil der Szene mit einer fetten Produktion und einem Fundus qualitativ hochwertiger Trap-Beats weit voraus - ohne diese zum Selbstzweck oder dem Feiern einer Modeerscheinung zu degradieren, denn vor allem sind sie eines: Stimmig.

    Wer in Sachen Rap ohne perfekt ausgefeilten Flow und Technik oder Reimketten nicht glücklich wird, ist hier falsch. Wer dagegen ein zeitgemäßes, ehrliches, authentisches Rapalbum hören will, der wird an Alles brennt vermutlich noch einige Jahre seine Freude haben. Nach nicht einmal einem Jahr von einem potentiellen Klassiker der Szene zu sprechen, mag mutig oder voreilig sein - hier lege ich mich aber gerne fest.



     
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  11. Hooch

    Hooch Ebenezer Hooch

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    Panic! At The Disco - Death Of A Bachelor

    Weg von den elektronischen Elementen, hin zur Big Band: Nach dem - in meinen Augen nicht so guten - Vorgänger meldet sich Brendon Urie wieder mit einer starken Platte zurück, die den Anhänger auf kommende Liveauftritte freuen lässt. "Death Of A Bachelor" zeigt sich eingängig und mit Swing-Anleihen. Große Empfehlung für (ehemalige) Fans.

    Anspieltipps: Hallelujah, Don't Threaten Me With A Good Time, LA Devotee, Golden Days

    7/10
     
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  12. newmichael

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    Jap, ist ein geiles Teil geworden. Die 7/10 hätte ich auch angesetzt.
     
  13. Frankenstolz

    Frankenstolz Forenstolz

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    Avantasia - Gostlights
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    Avantasia in Bestform. Es ist zwar nicht die härteste Scheibe auf diesen Planeten, aber wer auf schwungvollen Power Metal gepaart mit einem bisschen Pop steht, der ist hier definitiv gut aufgehoben.

    Abbath - Abbath
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    Klingt einfach 1:1 wie Immortal.

    Månegarm - Månegarm
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    Das Album bietet alles was diese Band ausmacht.
    Von über Folk Metal über schmutziger Raserei zu den akustischen Lieder ist alles geboten.

    Tribulation - The Children Of The Night
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    Manche Lieder prügeln einfach nur richtig schön kompromisslos nach vorne,
    aber das Album lebt auch von seinen eher ruhigeren und atmosphärischen Stücken.

    Urgehal - Aeons In Sodom
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    Wenn man sich schon allein die Gäste anschaut die auf dieses Album sind, ist es schon deshalb ein Hammer.

    - Nocturno Culto (Darkthrone)
    - M. Sorgar (Endezzma)
    - Byron Braidwood (Monumentomb)
    - Hoest (Taake)
    - Mannevond (Koldbrann)
    - Malphas (Endezzma)
    - Kvarforth (Shining)
    - Northgrove (Vulture Lord)
    - Nattefrost
    - Skyggen (Tortorium, Sunwheel)
    - Nag (Tsjuder)
    - Lars Fredrik Frøislie (Asmegin, Beastcraft, Angst Skvadron)
    - Rick & Bay Cortez (Sadistic Intent)
    - R. M. (Angst Skvadron)

    Musikalisch prügelt das ganze auf alte Urgehal Manier wie gewohnt mit klirrender Kälte auf einen ein.
     
  14. TheEmperor

    TheEmperor Zu Gast bei Freunden
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    Habs mir mittlerweile als Fan natürlich auch gekauft...ja..klingt irgendwie wie Immortal, aber die Glanzzeiten sind definitiv vorbei.
    Klar, es haut rein, es groovt, es geht ab wie Sau....aber hängen bleibt bei mir irgendwie nix bisher so wirkich....weder Musik noch Lyrics...die älteren Alben sind teilweise so eingängig das ich teilweise fast jeden Ton im Kopf nachspielen kann.
    Aber mit Cradle Of Filth geht mir das genauso...immer noch gut, aber nicht mehr genial und so eingängig.
     
  15. newmichael

    newmichael Parkrocker

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    From Ashes to New - Day One.

    Eine von drei mir unbekannten Bands die im Ohr blieben beim RiP Bands durchhören.
    Da erst ein Album vorhanden ist, dieses gleich mal gekauft. Nach mehrmaligen Durchhören wurde ich nicht enttäuscht.

    Stilistisch irgendwo zwischen Linkin Park und Hollywood Undead mit größerer Ähnlichkeit zu letzt genannter Band, was ja grundsätzlich genau mein Ding ist.
    Der Opener "Land of make Believe" zeigt auch gleich wo es hingeht. Harter Rock, teilweise sehr schneller Rap mit meist gesungenen Refrain. Melodisch, bleibt schnell im Ohr, passt.
    Bei Lied 2 (Farther from Home) gibt es dann noch einen schönen Elektropart zum eskalieren. Ansonsten das gleiche Muster:
    Rapper-Sänger-Rapper-Sänger-zwischenteil-Sänger oder Rapper-Aus. Gitarren, ein wenig Synthesizer. Stimmlich Top.
    Songs wie "Lost and Alone" sowie "Breaking Down" setzen sich dann sofort fest und bleiben auch brav im Ohr.

    Zu kritisieren wäre das mir persönlich noch ein wenig die härte fehlt. Manchmal wird angedeutet was hier möglich wäre (z.B. bei "you only die once) aber nie konsequent durchgezogen. So wirkt vieles ein wenig glattgebügelt. Es überwiegt aber absolut das Positive. Ich werde hier sehr sicher am Ball bleiben und freue mich tierisch auf den Auftritt im Park. Diese Band hat das Potential eine ganz große Nummer zu werden.

    Den direkten Vergleich bzw die Bezeichnung "die jungen LP" finde ich dann noch sehr übertrieben. Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen, gerade stimmlich und der grobe Stil. Aber da fehlt noch einiges. Trotz allem sind sie auf einem guten Weg.

    Das Debütalbum verdient sich eine Gute 6,5/10


    Und noch ein Nachtrag zu Panic! At The Disco - Death Of A Bachelor. Hier muss ich nach stundenlangen Hören nachbessern. Unter 8,5/10 geht gar nichts. Hat sich zum Panic Lieblingsalbum gemausert.
     
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  16. Jimmy Pop

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    Radiohead - A Moon Shaped Pool

    Die einzige Band von der ich jedes Studioalbum im Regal stehen habe. Nicht weil ich der Überfan bin, sondern weil für jede Stimmung einfach eine CD dabei ist. Jetzt das neue. Bisher nur Digital und (noch) nicht im Regal.
    Habe es mittlerweile insgesamt 5 mal gehört. Davon dreimal aufmerksam und zweimal nebenher. Ein schwächeres Wort als "Meisterwerk" mag mir einfach nicht einfallen.
    Mit 52 Minuten eine ähnlich lange Spielzeit wie die anderen großen Alben, allerdings vergeht die Zeit schneller und angenehmer. Schön auch die Alphabetische Reihenfolge der Tracks.
    Highlights: Burn The Witch, Daydreaming, Present Tense, Identikit

    9/10
     
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  17. Jimmy Pop

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    Architects - All Our Gods Have Abandoned Us

    Dafür, dass ich bis ungefähr vor einem Jahr noch kein Geschrei gehört hab, hab ich mich kurz nach meiner Life Changing Erfahrung mit Parkway Drive leicht in die Architects verguckt.

    Auch das neue Album (Release: Heute!) sollte eigentlich nur als Überbrückung für neuen Parkway Drive Stuff dienen.
    Die beiden Singles ließen es aber schon vermuten: Es fegt ab der ersten Sekunde alles weg und wird mit jedem hören besser! Freu mich jetzt noch viel, viel mehr auf die Jungs im Park als sowieso schon!

    8/10

    €: BLEEGH!
     
  18. Gledde

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    hab gehört die überschneiden sich mit Parkway drive :-s:p
     
  19. Jimmy Pop

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    Dei Mudder überschneidet sich mit Parkway Drive. [​IMG]
     
  20. einsiedler

    einsiedler McChrystal's Promoter
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    Biffy Clyro - Ellipsis (Deluxe Edition)

    Gespannt habe ich auf das neue Album meiner Lieblingsband gewartet. Die ersten Songauskopplungen haben diese Vorfreude dann ins Unermessliche steigen lassen. Seit einer Woche ist die Scheibe nun draussen und hat schon einige Umdrehungen im CD-Player hinter sich. Zeit für eine Bewertung, auch wenn ich nicht der grosse CD-Kritiker bin.

    1. Wolves Of Winter
    Der Song ist ja schon länger bekannt. Das Album eröffnet mit Gelächter, gefolgt von einem kurzen, fast mystischen Intro, bevor die Gitarren losbrettern. Der Refrain ist gemacht, um in grossen Stadien von zig Tausend Leuten mitgesungen zu werden. Ideen- und abwechslungsreich. Fetter Opener! Wird in nächster Zeit auch bei Liveauftritten der erste Song und kommt dort erst richtig fett.
    9/10

    2. Friends and Enemies
    Ein Song über echte und falsche Freunde. Melodie toll, Refrain toll (mal kein volles Soundbrett sondern Stakkato), bisschen funky. Nur die Bridge mit dem Kinderchor ist mir ein wenig zu viel des Guten. Sonst aber durchaus solider Song, den man so nicht unbedingt erwartet hätte.
    7/10

    3. Animal Style
    Ebenfalls schon vor dem Release bekannter Song. Fand ihn fett, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe und finde ihn immer noch fett. Roh, dreckig, geil.
    9/10

    4. Re-Arrange
    Düdü düdü düpdüpdü... Simon mit Kopfstimme, unterlegt mit einem Electro-Beat. Kannte man ja auch schon vom Vorgängeralbum. Wunderschöne Melodie. Durch das düdüdü ein gewisser Nervfaktor, aber auch ein Ohrwurm. Immer noch besser als das, was tagtäglich an elektronischer Popmusik sonst so über den Äther gesendet wird.
    5,5/10

    5. Herex
    Simon hat den Titel als Black Metal Reggae Song beschrieben. Ich enthalte mich da einem Urteil, da ich weder ein Reggae- noch ein Black Metal-Kenner bin. Könnte mir aber vorstellen, dass man das auch anders sehen kann. Abgesehen davon gefällt mir der Track sehr gut. Kein Übersong, aber ein schöner, eher poppiger Track, vergleichbar vielleicht mit Black Chandelier, aber nie so gut!
    6,5/10

    6. Medicine
    Wunderschöne Akustikballade. Ebenfalls schon vor dem Release des Albums veröffentlicht. Muss man nicht viel zu sagen. Zeigt wieder mal, dass Biffy Clyro auch grossartige Akustiksongs schreiben können. Erinnert an "God&Satan" oder "Machines". Simon Neil in Bestform.
    8,5/10

    7. Flammable
    Biffy kreieren einfach grossartige Melodien, als ob es nichts einfacheres auf dieser Welt gäbe. Dies ist eine davon. Toller Song mit geilem Groove und fantastischem Refrain.
    8/10

    8. On A Bang
    Jetzt geht's in der Zeit ein wenig zurück. "On A Bang" klingt roh und könnte auch auf "Infinity Land" drauf sein. Dürfte daher auch Fans der älteren Biffy-Album gefallen. Die Glockenklänge (oder so) im Refrain im Hintergrund kann man überhören, muss man aber nicht. Mir gefällt der Song genau so, wie er ist..
    8/10

    9. Small Wishes
    Beim ersten, zweiten und dritten Mal dachte ich: Was zum Teufel ist das denn? Totalausfall! "Small Wishes" ist der country-eske Song, den man so vom schottischen Trio noch nie gehört hat. Biffy Clyro weiss auch beim siebten Album noch immer zu überraschen. Ob es eine positive oder negative Überraschung ist, muss jeder selber beurteilen. Ich konnte mich noch nicht mit dem Song anfreunden, bin aber darüber hinweg, ihn als Totalausfall zu bezeichnen. Zu stilsicher ist die Melodie. Und für den Überraschungseffekt gibt's auch noch ein paar Punkte
    3/10

    10. Howl
    Nach dem Tiefpunkt gehts gleich wieder bergauf. Howl ist ebenfalls ein mitreissender Stadionsong. Catchy Melodien, das können Biffy Clyro einfach. Der Song könnte ebenso gut auf einem Foo Fighters Album sein; erinnert mich vom Vibe her ein wenig als "Walk". Da die Foo ebenfalls eine meiner Lieblingsbands sind, ist das durchaus als Kompliment gemeint.
    7/10

    11. People
    Schlusssong auf der regulären CD. Dies ist der zweite Song des Albums, mit dem ich mich noch nicht so richtig anfreunden konnte. Gefällt mir aber besser als "Small Wishes". Kann nicht mal sagen, was mich daran stört. Ist ein schöner Song, aber halt etwas beliebig. Wahrscheinlich spielt mit, dass die zwei Bonustracks nochmal echte Highlights sind. Das Standard-Album plätschert an dieser Stelle etwas seicht aus. Ich bin froh, geht's auf der Deluxe-Version noch weiter.
    5/10

    12. Don't, Won't, Can't
    Orgel-/Synthiklänge verbunden mit einem catchy Refrain und einem Rhythmus, der zum schnellen Autofahren verleitet. Zum Ende hin wird wie in vielen (meiner liebsten) Biffysongs noch schön geschrammelt. Gefällt mir gut.
    7/10

    13. In The Name Of The Wee Man
    4:25 min Biffy Clyro in Reinform zum Abschluss der Deluxe Edition. Die letzten zwei Minuten sind dann noch mal episch. SO muss Biffy Clyro Musik sein, SO muss ein Album aufhören. Entschädigt für den ein oder anderen kleinen Hänger im Album zuvor.
    10/10

    Hier und da ein Ohohoho, woooohwoooh oder düpdüpdüp weniger hätte nicht geschadet. Alles in allem aber ein reifes Album, das mir gut bis sehr gut gefällt. Viele Highlights (Wolves Of Winter, Animal Style, Medicine, Flammable, On A Bang, In The Name Of The Wee Man), wenige Lowlights (Small Wishes, People), der Rest ist grundsolide. Nicht das beste Biffy-Album, aber immer noch meilenweit über dem, was sonst tagein, tagaus produziert wird.

    Zähle ich alle Songwertungen zusammen komme ich auf eine Note von einer guten 7/10.
     
    #60 einsiedler, 15. Juli 2016
    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2017
    Cunego, D_W_D_M und Jimmy Pop gefällt das.
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