Deutsche Politik & Wahlen

zweiteres kanz klar und leider. Aber sie muss unbedingt wieder in diese Rolle rein, oder von mir aus auch eine andere Partei der Mitte. Aber wenn die Ränder über 50% haben macht mir das Angst. Und ja, in den linken seh ich auch weniger übel als in der AfD oder BSW.

Und ich seh nicht, dass die CDU der AfD nahe steht. Sie haben teilweise inhaltliche Übereinstimmungen. Ich finde auch nicht jeden Ansatz der AfD schlecht, da sind vielleicht manche Sachen ganz brauchbar. Aber der Rest ist halt brandgefährlich, und das sieht der großteil der CDU/CSU auch (hoffe ich und krieg ich wenigstens hier bei mir im kleinen Umfeld mit).
 
zweiteres kanz klar und leider. Aber sie muss unbedingt wieder in diese Rolle rein, oder von mir aus auch eine andere Partei der Mitte. Aber wenn die Ränder über 50% haben macht mir das Angst. Und ja, in den linken seh ich auch weniger übel als in der AfD oder BSW.

Und ich seh nicht, dass die CDU der AfD nahe steht. Sie haben teilweise inhaltliche Übereinstimmungen. Ich finde auch nicht jeden Ansatz der AfD schlecht, da sind vielleicht manche Sachen ganz brauchbar. Aber der Rest ist halt brandgefährlich, und das sieht der großteil der CDU/CSU auch (hoffe ich und krieg ich wenigstens hier bei mir im kleinen Umfeld mit).

Ich bezweifle nicht, dass unionsgeführte Kommunalpolitik auch im Jahr 2026 noch die Bedürfnisse befriedigen kann, die man allgemein von einer konservativen Partei erwartet, aber wenn du mir sagst, dass führende Köpfe der Union und ihre Minister*innen in ihren Positionen eindeutig von der rechtsextremen AfD zu unterscheiden sind, dann fehlt mir dafür ehrlich gesagt komplett das Verständnis. Das deckt sich nicht mit der aktuellen politischen Realität dieses Landes.

Um das mal ganz klar zu benennen: Der einzige Inhalt, auf den sich Union und AfD nie einigen werden, ist die Rolle der EU und der Nato. Ansonsten sehe ich bei den gängigen Positionen der Union keine großen zu bauenden Brücken nach Rechtsaußen. Das sind teilweise Stege und teilweise ist man schon auf der andere Seite des Gewässers angekommen.
 
Beim letzten Absatz muss ich widersprechen und schreib meine Antwort dazu heute Abend, das dauert länger ;)))

Edit: oder doch erst morgen. Die Kinder wollen nicht so schlafen wie ich es gern hätte:oops:
 
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Gibt dir die Union im Jahr 2026 das Gefühl, diese Kraft der Mitte zu sein oder beschreibst du hier eher die Idee dessen, was sie sein sollte?
Völlig ohne Wertung: Wer ist denn im Jahr 2026 noch eine "Kraft der Mitte"? Die potentiellen Kandidaten haben entweder keine Kraft oder sind offensichtlich nicht in der Mitte. So zumindest meine Betrachtung.
 
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So, jetzt hab ich mal 15min um zu Antworten.

Eu/ Nato: das hattest du ja schon geschrieben. Also AfD will raus aus dem Euro, raus aus der EU (bzw. die EU so wie früher) und weniger NATO... das steht krass im Gegensatz zur CDU und allein daraus resultiert sich schon, dass man mit der AfD auf Seite CDU nicht arbeiten kann.

Migration Asyl: die CDU will, so meine Auffassung, die illegale Migration eindämmen und den Asylzustrom begrenzen. Is ja soweit auch schon gelungen. Die AfD ist um welten Radikaler, will "remigration" und ist Völkisch. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Ich kenn zufällig Karl Straub, den Integrationsbeauftragten von der bayerischen Landesregierung recht gut. Was der von AfD-Seite angefeindet wird passt auf keine Kuhhaut.

Klima: Die CDU erkennt den Klimawandel an. Die AfD bestreitet, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Das ist ein rießiger Unterschied. Die CDU diskutiert darüber wie man den Klimawandel so begegnen kann dass es nicht so teuer wird (Was meiner Meinung nach auch falsch ist, weil es dann trotzdem teurer wird) ... aber wie will man da mit jemanden Diskutieren, wenn die Grundlage in der AfD schon anders ist. Das ist ja wie wenn man mit dem Partner diskutiert ob man jetzt mit dem Schiff oder Flugzeug eine Weltumreisung macht und der Partner aber glaub die Erde ist eine Scheibe.

Russland/Ukraine: evtl auch zur NAto dazu gehörend, aber meiner Meinung nach immens wichtig: Die AfD erkennt nicht an, dass Putin einer Hauptgründe ist, dass es überhaupt so viele Flüchtlinge gibt und will der Ukraine nicht mehr helfen. Das passt so überhaupt nicht mit der CDU zusammen.


Was ich sagen will. Es mag vielleicht an einigen Punkten so scheinen als wäre man ähnlich, ist ja auch irgendwie logisch, die AfD ist rechts der CDU entstanden und hat da natürlich seine Schnittmenge.
Aber das große Ganze, die Werte warum man Sachen macht, ist grundverschieden.
 
Ich würde mich an dieser Stelle gerne selbst zitieren. Den folgenden Beitrag habe ich in einem anderen Forum verfasst, um meinen Standpunkt zu untermauern, dass wir für viele Schreckens- und Negativszenarien, die wir im Falle einer AfD Regierung erwarten können, gar keine AfD brauchen, so lange wir eine solche Union in Regierungsverantwortung haben.

Der Beitrag entstammt dem Februar diesen Jahres. Da stecken also die Entwicklungen der letzten sieben Monate noch nicht drin. Genauso wenig erhebt er einen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bin ja auch nur ein einzelner Dude, der das in seiner Freizeit geschrieben hat. Aufmerksamen Leser*innen wird auffallen, dass der Name Jens Spahn noch nicht einmal vorkommt.

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Schauen wir uns mal in ein paar ausgewählten Punkten an, warum ich nicht das Gefühl habe, dass das ein sonderlich kantiger Take ist:

Themenbereich Asyl & Migration:

Unser aktueller Innenminister heißt Alexander Dobrindt. Der hat nach einer Eilentscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts über die Rechtswidrikgeit der Zurückweisung von Asylsuchenden auf deutschem Boden nach Grenzkontrollen kurzerhand angekündigt, am Vorgehen festzuhalten. Minister*innen, die sich über die Judikative eines Landes hinwegsetzen sind also offensichtlich ein Szenario, das jetzt schon stattfindet. Nicht täglich, nicht immer, aber eben nicht mehr aus der Welt gegriffen und offensichtlich keine Eskalationsstufe, die erst mit der AfD in Regierungsverantwortung angebrochen ist.

Zu Merz' und Söders Stadtbild-Beobachtungen muss ich keine Links liefern, die sollten uns allen hier noch präsent sein. Warum es nicht von Natur aus rassistich sein soll, rein anhand optischer Merkmale beurteilen zu wollen, wer hier sein darf und wer nicht, konnten mir auch die Verteidiger und Relativierer hier im Forum nicht klar darlegen. Es lässt sich an dieser Stelle einfach nur sehr schwer gegen den Eindruck argumentieren, dass es der Union hauptsächlich darum geht, weniger Schwarzköpfe im Land zu haben. Die Regierungspartei schafft es nicht, deutschen Staatsbürger*innen das Gefühl zu geben, von ihr als Mitmenschen mit gleichen Rechten akzeptiert zu werden. Wo ist der Unterschied zur AfD?

Themenbereich Queeres Leben & FLINTA*:

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ist bereits Jahre vor ihrem Regierungsamt mit diversen abwertenden Aussagen gegenüber Homosexuellen aufgefallen, die sie geradezu für gefährlich hält und die der Wirtschaft nicht genug nützen, um im selben Atemzug wie heterosexuelle Familienmodelle genannt werden zu können. Auch Dorothee Bär, Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt ist mit Positionierungen gegen das Selbstbestimmungsgesetz und gegen Schwangerschaftsabbrüche aufgefallen.

Bundestagspräsidenten Julia Klöckner, die wiederholt gezeigt hat, dass sie ihr Amt nicht neutral ausüben will, sondern es für parteipolitische Interessen nutzt, streicht kleinste Symbolgesten zur Inklusion und Kanzler Friedrich Merz zeigt mit hemdsärmligen Zirkuszeltaussagen, dass er entweder nicht verstanden hat, warum solche Gesten für die Community und das queere Leben in Deutschland wichtig sind oder dass es ihm schlichtweg egal ist. Das ist der Kanzler, der noch vor wenigen Jahren von Homosexualität im selben Atemzug wie Kindesmissbrauch gesprochen hat und damit jahrzehntealte Ressentiments aufrecht erhalten hat, die mit dazu beigetragen haben und auch heute noch dazu beitragen, dass homosexuelle Menschen sich nicht sicher und akzeptiert fühlen.

Themenbereich Arbeit & Sozialleistungen:

Hendrik Streeck hat angeregt, dass man ja mal darüber nachdenken könnte, ob wir älteren Menschen einen würdevollen Lebensabend ermöglichen wollen oder ob wir die Gesundheit aller Personen ab einem gewissen Alter nicht lieber der Wirtschaft opfern wollen. Das ist reiner Sozialdarwinismus. Inwieweit ist das eine Position, die die AfD noch erschreckender gestalten könnte?

Reiche dagegen stellt sich die Frage, ob man nicht einfach schon ab dem ersten Krankheitstag Lohn streichen könnte. Und weil das noch nicht gereicht hat, wurde auch gleich noch der Kündigungsschutz in Frage gestellt. Wenn schon an solchen Eckpfeilern von Arbeitnehmer*innenrechten gerüttelt werden soll, ist es dann wirklich verwunderlich, dass Menschen nicht erst eine AfD in Regierungsverantwortung brauchen, um das Gefühl zu haben, dass ihre Abhängigkeit von Lohnarbeit zu ihrem krassen Nachteil ausgenutzt wird?

Zur Tatsache, dass es vom oberen Prozent mehr zu holen gäbe und es argumentativ dichte Positionen gibt, die eine Besteuerung von Vermögen für besser geeignet halten, um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten als bei den unteren 50 % den eisernen Besen anzusetzen, war die Tage hier ausreichend zu lesen, das muss jetzt auch nicht nochmal durchgekaut werden. Aber auch hier die Frage: Als Bezieher*in von Sozialleistungen wird man aktuell beinahe täglich von Mitgliedern der Schwesterparteien abgewertet, zum Feindbild erklärt. Warum sollte man dankbar sein, dass die AfD gerade nicht regiert, wenn einem das in dieser Position bereits jetzt schon passiert?

Themenbereich Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima:

Landwirtschaftsminister Alois Rainer warnt bspw. vor rein vegetarischer Ernährung und bläst damit ins längst widerlegte Horn, eine rein vegetarische Ernährung könne nicht pflanzlich (Edit: hier sollte natürlich ausgewogen stehen!) sein. Selbst wenn man den Tierschutz ganz und gar außer Acht lässt, sollte es eigentlich den Konsens geben, dass der Konsum von Fleisch wegen seiner Klimaschädlichkeit so gut es geht eingeschränkt werden müsse. Dies ist mit Blick auf den Status, den die Bauernlobby genießt, kaum mehr vorstellbar.

Allgemein lässt sich beobachten, dass der Klimaschutz akteull überhaupt keine Rolle mehr zu spielen scheint. Inwieweit unterscheidet sich eine Regierungspartei, die dieses Thema ganz und gar vernachlässigt und erneuerbare Energien sogar noch bewusst torpediert davon, was eine AfD zum Thema Umweltschutz leisten würde?

Themenbereich Angriffe auf die Demokratie:

Die Union unternimmt Vorstöße, Demokratieprojekte nicht weiter zu fördern, sie liebäugelt dafür mit rechten Think Tanks, übernimmt in vielen Bereichen die Retorik der AfD. Das passiert alles aktuell und nicht in einem Was-wäre-wenn-Szenario der Faschos an der Macht. Bestrebungen zum Erhalt und der Stärkung der Demokratie werden von der Union sukzessive ausgehöhlt, um die eigene Machtposition aufrecht zu erhalten. Inwieweit unterscheidet sich das von den Mitteln, die die AfD unmittelbar ergreifen würde?

Themenbereich Oppositionsarbeit:

Die Union ist zu Zeiten der Ampel permanent mit Querschüssen, Blockaden und täglichen Kampagnen gegen die Regierung aufgefallen. Das kannte man bisher in diesem Extrem nur von der AfD. Beide Parteien haben in der Position der stärksten Oppositionsarbeit nicht etwa konstruktiv für das Land gearbeitet, sondern hauptsächlich darauf abgezielt, sich als die Hauptsache-dagegen-Alternative zu etablieren. Ich sehe nicht, warum ich in diesem Bereich einen großen Unterschied zwischen beiden Parteien sehen sollte.


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Wie gesagt, ich möchte nicht schmälern, dass auch von einer solchen Union gute Kommunalpolitik geleistet werden kann. Und etwa ein H. Wüst zeigt, dass man auch mit großer Verantwortung innerhalb der Partei einen Kurs fahren kann, der einem das Gefühl gibt, dass da jemand sinnvolle konservative Arbeit leistet.

Ich bleibe dabei, dass das einzige, wo man niemals Anschlussfähigkeit zueinander finden wird, die Themen Nato und EU sind. Bei allen anderen Themen, die du angesprochen hast, sehe ich leider nicht mehr die Unterschiede, die du ausmachst. Ob man jetzt von "Remigration" spricht oder versucht, sich über Gerichtsurteile hinwegzusetzen und mit einer terroristischen Vereinigung Geschäfte abschließt, damit wir Flüchtlinge in ein eindeutig nicht sicheres Herkunftsland zurückschicken können, das macht am Ende des Tages in zu wenigen Bereichen einen Unterschied. Genauso ist es am Ende egal, ob man glaubt, der Mensch wäre für den Klimawandel verantwortlich oder nicht, wenn man letzten Endes trotzdem nichts gegen ihn tut.

Ob sich die Motive unterscheiden, ist ab dem Punkt meines Erachtens nach nicht mehr relevant, an dem die Ergebnisse die selben sind. Und das ist in den meisten relevanten Gesichtspunkten inzwischen mMn leider gegeben.